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10 000 Jobs weg: GastroSuisse rechnet mit dem Schlimmsten

Das Gastgewerbe würde die Auswirkungen des Frankenschocks erst noch richtig zu spüren bekommen, glaubt der GastroSuisse-Präsident Casimir Platzer. In der Sommersaison sei man weniger abhängig vom Euromarkt – anders sähe es aber im Winter aus.

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«Wenn der Franken so überbewertet bleibt, wird es starke Einbrüche geben», sagt GastroSuisse-Präsident Casimir Platzer. (Symbolbild)

«Wenn der Franken so überbewertet bleibt, wird es starke Einbrüche geben», sagt GastroSuisse-Präsident Casimir Platzer. (Symbolbild)

Keystone

Casimir Platzer, Präsident des Branchenverbandes GastroSuisse und selber Hotelier in Kandersteg, glaubt, dass das Gastgewerbe die Auswirkungen des Frankenschocks erst noch richtig zu spüren bekommen werde. «In der abgelaufenen Wintersaison sind wir glimpflich davon gekommen. Viele Gäste hatten schon gebucht, bevor die Nationalbank den Mindestkurs am 15. Januar aufhob», sagt Platzer der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

In der Sommersaison sei man weniger abhängig vom Euromarkt. Das Fernbleiben von deutschen oder holländischen Gästen könne in gewissen Regionen teils durch Chinesen oder Amerikaner kompensiert werden. Wenn er an die nächste Wintersaison denkt, wird Platzer hingegen besorgt. «Wenn der Franken so überbewertet bleibt, wird es starke Einbrüche geben», sagt Platzer. Die Branche wisse aus Erfahrung, dass eine Frankenaufwertung um ein Prozent anteilsmässig in ähnlicher Grösse durchschlage. «Das würde heissen, dass wir 15 bis 20 Prozent weniger Logiernächte aus dem Euroraum hätten.»

Solche Umsatzeinbussen würden im Gastgewerbe tausende von Jobs kosten. «Wir müssen damit rechnen, dass wir bald 10000 Arbeitsplätze weniger haben werden», sagt Casimir Platzer zur «Schweiz am Sonntag». Das würden die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen. «Man muss sich das einmal klar machen: das Gastgewerbe hat seit Beginn der Finanzkrise im 2008 schon 25000 Arbeitsplätze verloren.»

Von der Nationalbank ist Platzer enttäuscht. «Es heisst immer, der Franken sei überbewertet und es werde besser. So schon im Januar und diese Woche wieder. Aber von einer Besserung ist nichts zu spüren.» Es komme ihm so vor, als dass der Nationalbank nichts anderes mehr übrig bleibe, als die Situation schön zu reden. «Mir kommt die Nationalbank etwas ratlos vor.»

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