Andreas Meyer

«450'000 Franken fürs Nichtstun»: Nach bezahlter Auszeit – Ex-SBB-Chef Andreas Meyer gibt ein Comeback

Andreas Meyer stand als CEO der SBB  seit 2007 im Rampenlicht. Nun macht er sich selbständig.

Andreas Meyer stand als CEO der SBB seit 2007 im Rampenlicht. Nun macht er sich selbständig.

Der zurückgetretene SBB-Chef Andreas Meyer wird Verwaltungsratspräsident beim Zürcher IT-Unternehmen «Starmind». Dieses entwickelt künstliche Intelligenz für Unternehmen.

(wap) Solange er noch auf der Gehaltsliste der SBB stand, war es ruhig um den zurückgetretenen SBB-Chef Andreas Meyer. Nun ist er zurück: Am Montag meldete das Zürcher IT-Unternehmen Starmind, dass Meyer zum Verwaltungsratspräsident gewählt worden sei. Starmind setzt auf die Entwicklung künstlicher Intelligenz und verkauft diese an grosse Organisationen. Kunden sind unter anderem Swisscom, die UNO und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz.

Zeitgleich meldete sich Meyer in den Medien zurück. In einem ebenfalls am Montag erschienenen Interview mit der «NZZ» gab er bekannt, dass er sich selbstständig gemacht habe und neben seiner Verwaltungsratstätigkeit Unternehmen als «Senior Advisor» berate. Meyer hatte seinen Posten bei den SBB per 1. April für den neuen CEO Vincent Ducrot geräumt, stand aber noch bis Ende September auf der Gehaltsliste der SBB. Politiker warfen ihm daraufhin vor, «450'000 Franken fürs Nichtstun» bezogen zu haben.

Kritik an Meyer wurde auch laut, weil sich der aktuelle Lokführermangel der SBB, der die zeitweise Schliessung von Linien im Regionalverkehr zur Folge hat, unter seiner Führung angebahnt hatte. Im Interview mit der NZZ sagt Meyer dazu: «Ich übernehme die Verantwortung.» Grund für den Mangel seien neben zahlreichen Baustellen auch die starke Zunahme des Eventverkehrs. Die SBB hätten zu spät erkannt, wie stark sich diese Faktoren auf den Bedarf an Lokführern auswirkten.

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