Kartellgesetz

Ärger mit Geschäftspartnern: Duty-Free-Riese Dufry droht Anzeige

Der Dufry-Hauptsitz am Brunngässlein in Basel. (Archiv)

Der Dufry-Hauptsitz am Brunngässlein in Basel. (Archiv)

Der Basler Duty-Free-Konzern Dufry hat Ärger mit seinen Geschäftspartnern. Er hat das Geschäftsverhältnis mit mehreren Firmen aufgelöst.

Wenn am Flughafen Zürich Lindts neuste Schokolade verteilt wird oder Armani seinen neuen Parfümduft präsentiert, kam in den letzten Jahren oft die Creative Promotions GmbH aus Baar ZG zum Zug.

Die Firma von Virginia Navarro durfte auf den Duty-free-Flächen, deren Bewirtschaftung vom Flughafen Zürich der Firma Nuance anvertraut wurde, für die Markenhersteller Promotionen durchführen. Per Ende Februar soll aber Schluss sein. Nuance will in Zukunft in Zürich nur noch mit ausgewählten Agenturen zusammenarbeiten.

«Unser Geschäftsverhältnis ist per E-Mail ohne Grundangabe beendet worden», sagt Navarro. Die «Schweiz am Sonntag» hat zudem Kenntnis von anderen Promo-Agenturen, deren langjährige Kooperationen mit Nuance nach einem Ausschreibungsverfahren ebenfalls auf der Strecke blieben.

Dufry ist mit über 2100 Duty-free-Shops der weltweit grösste Detailhändler an Flughäfen. Virginia Navarro, die für die Promotionsarbeiten auf einen Pool von rund 130 freien Mitarbeitenden zurückgreift, ist besorgt: «Über 50 Prozent unseres Umsatzes sind gefährdet. Die ersten Vollzeit-Angestellten musste ich bereits entlassen.»

Navarros Vorwurf: «Nuance verfügt über ein Monopol. In solchen Fällen darf man nicht einfach die Geschäftsbeziehungen zu einem KMU abbrechen. Das verstösst gegen das Kartellgesetz.» Tatsächlich haben die Flughäfen Zürich, Basel und Genf nur Dufry und die Tochtergesellschaft Nuance als Duty-free-Partner. «Wenn die Geschäftsbeziehung nicht wiederhergestellt wird, müssen wir leider eine Anzeige bei der Wettbewerbskommission in Erwägung ziehen», sagt Navarro in der «Schweiz am Sonntag».

Dufry-Sprecher Renzo Radice spricht hingegen von einem transparenten Ausschreibungsprozess. Die Vorschriften des Wettbewerbsrechts habe Dufry vollumfänglich eingehalten.

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