Medien

AZ Medien packen nach Rekordjahr zwei grosse Projekte an

Zufriedene Gesichter an der Generalversammlung der AZ Medien AG. Das Unternehmen hat mit einem Ergebnis von 19 Millionen das beste Jahr seiner Geschichte hinter sich. Verleger Peter Wanner hat aber auch in Zukunft Grosses vor.

200 Aktionäre und zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft fanden am Freitagabend den Weg auf Schloss Lenzburg zur Generalversammlung der AZ Medien AG. Was sie zu hören bekamen, war deutlich erhellender als das Wetter. Nicht dass sich die Wolken über der Medienbranche verzogen hätten, aber Verwaltungsratspräsident und Verleger Peter Wanner konnte dennoch über das beste Jahresergebnis in der Geschichte des Unternehmens rapportieren. Der Umsatz hat die 250-Millionen-Marke geknackt, das konsolidierte Ergebnis lag bei gut 19 Millionen Franken.

Dafür waren zwar ausserordentliche, einmalige Erträge verantwortlich: Die AZ Medien verkauften das «Langenthaler Tagblatt» an die Tamedia und mussten ihren Anteil an Radio 32 aus konzessionsrechtlichen Gründen veräussern. Trotzdem könne man mit dem operativen Ergebnis auch ohne diese Sonderfaktoren zufrieden sein, so Wanner. Dem pflichtete auch Finanzchef Roland Tschudi bei. Das habe sich auch in einer erfreulichen Entwicklung des Aktienkurses niedergeschlagen, wie er bemerkte: Der Wert einer AZ-Aktie hat sich seit 2009 verdoppelt. Die AZ Medien AG schüttet an die Aktionäre 4,9 Millionen Franken Dividenden aus.

Fussballbegeisterte Chefs

Seit dem Abgang von CEO Christoph Bauer auf Ende des Geschäftsjahrs 2012 hat Peter Wanner das Unternehmen als operativer Chef, Verwaltungsratspräsident und Verleger in Personalunion geführt. Er sei sehr froh, dass die Führungsfrage sehr schnell geklärt werden konnte und er nun der Versammlung den neuen CEO vorstellen könne, so Wanner. Der 39-jährige Axel Wüstmann tritt seinen Posten am Montag an. Der Bayer war die letzten 10 Jahre in verschiedenen Führungsfunktionen bei Gruner+Jahr in Hamburg tätig. Man habe gleich beim ersten Gespräch Gemeinsamkeiten festgestellt: Sie seien beide Fussballkenner und beide Bayern-Fans, scherzte Wanner.

Vier Stossrichtungen

Grosse Umwälzungen sind unter dem neuen CEO nicht zu erwarten. «Da und dort gibt es operatives Verbesserungspotenzial, aber die strategische Ausrichtung stimmt im Grossen und Ganzen», so der Verwaltungsratspräsident. In einer Zeit unsicherer Entwicklungen in der Medienlandschaft sei es ein Vorteil, breit aufgestellt und diversifiziert zu sein. Vier Stossrichtungen sollen weiterverfolgt werden:

Die «Schweiz am Sonntag» als vierten grossen Titel im nationalen Sonntagsmarkt etablieren;

die Marktoffensive in Basel mit der der bz Basellandschaftliche Zeitung und der bz Basel fortsetzen;

das Vermarktungspotenzial der TV-Senderfamilie mit Tele M1, TeleZüri und TeleBärn ausschöpfen;

die digitale Transformation vorantreiben: Die Bezahlschranke für Online-Inhalte werde kommen, aber erst nächstes Jahr, so Wanner.

Zwei Grossprojekte

Mit dem Kauf einer neuen Zeitungs-Druckmaschine und der geplanten Investition in ein nationales Online-Nachrichtenportal (ein Projekt des ehemaligen 20-Minuten-Online-Chefs Hansi Voigt) stehen zwei Grossprojekte an. «Wer nichts wagt, gewinnt nichts. Unternehmertum hat auch mit Risikofreude zu tun», erklärte dazu Peter Wanner. Man stürze sich aber nicht in leichtfertige Abenteuer. Der Start des neuen Online-Portals ist an die Bedingung geknüpft, dass dafür ein zweiter Investor gefunden wird.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1