Grossbritannien

BBC verkauft Verlag von Lonely Planet mit hohem Verlust

Eine Lonely-Planet-Redaktorin plant ihre nächste Reise (Archiv)

Eine Lonely-Planet-Redaktorin plant ihre nächste Reise (Archiv)

Die britische BBC verkauft den legendären Reiseverlag Lonely Planet und macht damit ein grosses Verlustgeschäft. Der Käufer zahlt den Briten rund 60 Prozent weniger als sie 2007 dafür bezahlt hatten.

Der Kaufpreis beläuft sich auf 51,5 Mio. Pfund (umgerechnet knapp 73,5 Mio. Franken), wie BBC Worldwide am Dienstag mitteilte. Der Verlag passe nicht mehr in die Strategie, hiess es.

Kritik an dem Verlust-Deal wies BBC Worldwide zurück. Als man Lonely Planet gekauft habe, sei die wirtschaftliche Lage noch ganz anders gewesen.

BBC Worldwide war bereits beim Kauf der Reisebuch-Serie, die vor allem bei Rucksacktouristen Kult-Status geniesst, auf Gegenwind gestossen. Die Sparte ist normalerweise dafür zuständig, BBC-Produktionen gewinnbringend zu vermarkten. Das Aufsichtsgremium BBC Trust hat bereits eine Untersuchung in Auftrag gegeben.

Die Reisebuchreihe "Lonely Planet" war Anfang der 1970er Jahre von den Australiern Tony und Maureen Wheeler in deren Küche in Melbourne ins Leben gerufen worden. Sie verarbeiteten darin ihre eigenen Reiseerfahrungen.

Bis heute wurden rund 120 Millionen Bücher in 11 Sprachen gedruckt. Einige der Bücher sind auch auf Deutsch erschienen. In den vergangenen Jahren hatte sich der Verlag vor allem auf den Ausbau des digitalen Geschäfts konzentriert.

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