Strafverfolgung

Behörden verlangen immer mehr Nutzerdaten von Google

Google-Server: Strafverfolger wollen häufiger Auskunft (Archiv)

Google-Server: Strafverfolger wollen häufiger Auskunft (Archiv)

Google wird nach eigenen Angaben immer häufiger von Behörden weltweit zur Freigabe von Nutzer-Informationen aufgefordert. Anfragen im Rahmen von Strafverfolgung stiegen im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zu den letzten sechs Monaten des Vorjahres um 15 Prozent.

Staatliche Stellen in den USA hätten dabei um fast ein Fünftel häufiger Auskunft verlangt, teilte der Internet-Konzern am Montag mit. Seit 2009 hätten sich die Anfragen in den USA sogar um 250 Prozent erhöht, während sie international um 150 Prozent zugenommen hätten.

Allein im zweiten Halbjahr 2013 erhielt der Konzern nach eigenen Angaben mehr als 31'500 Aufforderungen zur Herausgabe von Kundendaten. Davon betroffen gewesen seien rund 48'000 Google-Konten. Der Transparenzbericht spiegelt dabei nur die Anfragen von Strafverfolgungsbehörden oder nach entsprechenden richterlichen Beschlüssen wider.

Nicht alle Anfragen ausgewiesen

Konkrete Angaben zu Anfragen von Geheimdiensten darf der Konzern nicht machen. Google forderte Reformen für mehr Transparenz, die das Vertrauen der Bürger sowohl in Regierungen als auch in die Technik stärkten.

Wie Google veröffentlichen auch Rivalen wie Facebook und Microsoft Angaben über Anträge von Regierungsstellen für die Herausgabe von Kundeninformationen. Die Praxis der Behörden ist international in die Kritik geraten, nachdem der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden im vergangenen Jahr amerikanische Ausspähprogramme enthüllt hatte.

Apple-Chef Tim Cook hat derweil erneut versichert, dass sein Unternehmen Nutzer-Daten vor dem Zugriff von Geheimdiensten schütze. So seien die Kurznachrichten im Chatdienst iMessage verschlüsselt, und der Konzern habe dazu keinen Zugang. Auch wenn die Regierung sie lesen wollte, könne Apple sie nicht aushändigen, sagte Cook in einem am Montag ausgestrahlten TV-Interview.

"Wenn wir einen neuen Dienst entwerfen, versuchen wir, keine Daten zu sammeln", sagte Cook. Apple mache sein Geld mit dem Verkauf von Geräten. "Unser Geschäft beruht nicht darauf, Informationen über Sie zu haben. Sie sind nicht unser Produkt", sagte Cook an die Kunden gerichtet.

Apples Seitenhieb gegen Google

Zugleich platzierte er einen Seitenhieb gegen Rivalen wie Google, ohne diese beim Namen zu nennen. Nutzer sollten sich fragen, wie ein Unternehmen Geld verdiene. "Und wenn sie das Geld vor allem machen, indem sie Brocken persönlicher Daten sammeln, denke ich, dass Sie ein Recht haben, besorgt zu sein." Cook bekräftigte, Gerüchte über Hintertüren für Geheimdienste seien unwahr.

Apple war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, als Nacktfotos von Prominenten im Internet veröffentlicht wurden. Der Konzern räumte ein, dass zumindest ein Teil der Bilder aus Apple-Profilen entwendet worden sei. Die Angreifer hätten aber lediglich den Passwort-Schutz einzelner Nutzer ausgehebelt, nicht die Apple-Systeme geknackt, teilte das Unternehmen mit.

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