Wirtschaft

Dank staatlichen Geldern: Novartis-Tochter Sandoz behält Produktionsstätte in Österreich

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Der Pharmakonzern Sandoz baut in seinem Werk in Österreich die Penicillin-Produktion aus – auch dank öffentlicher Förderung. Die Tochter des Basler Pharmariesens Novartis erhält 50 Millionen Euro Zuschuss von der öffentlichen Hand.

(dpa/gb.) Die Novartis-Tochter Sandoz zieht mit seiner Antibiotika-Produktion nicht nach Asien, sondern bleibt im Tirol. Von den geplanten 150 Millionen Euro Investitionen sollen rund 50 Millionen Euro von der öffentlichen Hand als Zuschuss kommen, sagte Österreichs Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) am Montag in Wien. Die Zuschüsse stammten vom Bund und vom Land Tirol, sollen aber auch aus EU-Töpfen geschöpft werden.

Novartis hatte in Erwägung gezogen, die Penicillin-Produktion von Kundl nach Asien zu verlagern. Das Österreichische Wirtschaftsministerium gründete daraufhin unter anderem eine Taskforce, um das zu verhindern. Angesichts der Coronakrise bekam die Produktion von Medikamenten in Europa mehr Gewicht, um die Abhängigkeiten von Asien zu reduzieren. Im Gegenzug für die Förderung verpflichtet sich Sandoz laut Ministerium, relevante Penicillin-Wirkstoffproduktion für die nächsten zehn Jahre in Europa zu halten.

Sandoz als Tochter des Schweizer Novartis-Konzerns sei mit der Produktionsstätte in Kundl in Tirol in der Lage, den wesentlichen Penicillin-Bedarf Europas zu decken, sagte Sandoz-Vorstandsmitglied Christian Pawlu. Nach Angaben des Unternehmens findet in dem Werk die letzte «vertikal integrierte Antibiotika-Produktion» statt, also eine umfassende Produktion, die aufeinanderfolgende Fertigungsschritte vereint. Im Werk werde nicht nur das Produkt, sondern unter anderem auch der Wirkstoff selbst hergestellt.

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