Detailhandel
Das sind die Baustellen des neuen Migros-Chefs

Was 1925 mit fünf Lastwagen anfing, ist heute ein Milliardenkonzern, der das Leben der Schweizer täglich bestimmt. Fabrice Zumbrunnen, der neue Mann an der Spitze der Migros, hat einige Baustellen zu beackern.

Andreas Schaffner
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Die Migros und ihre Baustellen

Die Migros und ihre Baustellen

KEYSTONE/WALTER BIERI

Das grosse Thema im Schweizer Detailhandel ist der Einkaufstourismus. Dank dem starken Schweizer Franken lohnt es sich für viele Schweizer ennet der Grenze einzukaufen. Das bekommt die Migros besonders in den grenznahen Regionen deutlich zu spüren. Ausserdem wird sich der neue Migros-Chef um Firmenspezifisches kümmern müssen:

Die Grösse

Die Struktur

Die Gesundheits-Frage

Das Ausland

Die Alkohol-Frage

Das sind alle Migros-Chef von der Gründung bis heute:

Der neue Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen: er war als Geschäftsleiter für die kleine Migros-Genossenschaft Neuenburg-Freiburg tätig. 2012 wurde er Personal- und Kulturchef des Migros-Genossenschaftbundes. (Archiv)
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Herbert Bolliger (2003 bis 2017): In seiner Ägide stieg der Umsatz von 20 auf knapp 28 Milliarden Franken. Auch hat er der Migros neue Geschäftsfelder erschlossen wie den Onlinehandel oder Verkauf und Vermietung von Elektrofahrzeugen. Der Aargauer war zunächst Leiter der Migros Aare. Als Chef der ganzen Migros steigerte er den Umsatz von 20 auf 27,7 Milliarden Franken.
Anton Scherrer (2001 bis 2002): Scherrer begann 1991 bei der Migros und war zunächst für die Industrieunternehmen tätig. Zehn Jahre später rückte er an die Spitze auf.
Peter Everts (1997 bis 2001)
Peter Everts (1997 bis 2001) Everts startete als Marketingleiter bei der Migros Aare. 1995 rückte er in die Generaldirektion auf, zwei Jahre später wurde er Chef.
Eugen Hunziker (1992 bis 1996) Nach der KV-Lehre begann Hunziker bei der Migros Zürich. Nach verschiedenen Stationen in Verkauf und Verwaltung stieg er zum Chef auf.
Jules Kyburz (1984 bis 1991) Kyburz fing 1952 ganz unten als Verkäufer in Wetzikon ZH an. Nach Stationen untern anderem in Basel und Luzern schaffte er es ganz nach oben.
Arnold und sein Nachfolger Kyburz
Pierre Arnold (1976 bis 1984) Arnold war massgeblich am rasanten Wachstum der Migros in den 60er- und 70er-Jahren beteiligt. 1976 übernahm er den Chefposten.
Rudolf Suter (1962 bis 1976) Der Neffe des kinderlosen Duttweiler übernahm die Führung des Detailhändlers. Suter führte unter anderem das Kulturprozent ein.
Migros-Gründer Duttweiler war von 1957 bis 1962 Verwaltungsratspräsident der Migros. Später wurde Duttweiler auch Nationalrat - ein unbequemer und unkonventioneller. Legendär seine Aktion als er ein Bundeshausfenster mit einem Steinwurf zertrümmerte, um sich Gehör zu verschaffen. 1936 hatte er den Landesring der Unabhängigen (LdU) gegründet.
Gottlieb Duttweiler vor der Migros-Filiale in Zürich Oerlikon im Jahre 1950 (Archiv) Duttweiler gründete die Migros 1925. Er brachte das amerikanische Modell des Discounters in die Schweiz und wurde zu Beginn heftig bekämpft. Seit 1928 produzierte die Firma Eigenprodukte. Dies auch deshalb, weil angestammte Händler ihn boykottierten oder sonstwie das Leben schwer machten. Auch das Modell Selbstbedienungsladen war eine Pioniertat Duttweilers (1948). Die Geschäftsbereiche wurden immer mehr. Eine Auswahl: 1954 kam eine eigene Tankstellenkette (Migrol) hinzu, 1957 wurde das Migros-Kulturprozent ins Leben gerufen (Ziel: 1% des Umsatzes in Kultur und Weiterbildung zu investieren) und die Hausbank gegründet. 1955 kam eine Versicherung (Secura) hinzu. Auch ein Reisebüro (Hotelplan) zählte zum Firmenimperium.

Der neue Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen: er war als Geschäftsleiter für die kleine Migros-Genossenschaft Neuenburg-Freiburg tätig. 2012 wurde er Personal- und Kulturchef des Migros-Genossenschaftbundes. (Archiv)

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