Automobil
Der Automobilsalon in Genf ist auch eine Kontaktbörse

Am 81. Internationalen Auto-Salon in Genf, der heute seine Tore öffnet, gibt es nicht nur schöne Autos zu bestaunen, sondern auch schöne Frauen. Bei so viel Sexappeal verlieren vereinzelte Besucher schon mal die Kontrolle über ihren Hormonhaushalt.

François Schmid-Bechtel
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Es gebe natürlich Schlimmeres als Anmachsprüche, sagt eine junge Frau, die schon häufiger als Hostess am Autosalon gearbeitet hat. Beispielsweise, wenn ein Besucher absichtlich ein Auto mit dem Schlüssel zerkratze. «Oder wenn Leute aus irgendeinem Grund ihr Gebiss liegen lassen oder im Auto ein Picknick veranstalten.» Und es sei auch schon vorgekommen, dass sie von Kunden beschimpft wurde, weil sie auf eine plumpe Anmache nicht eingegangen sei. «Darf ich mal bei dir einparken?» Unterste Schublade am Salon.

Eine sexy Braunhaarige posiert aufreizend im knappen Schwarzen. Eine Blonde mit slawischen Gesichtszügen räkelt sich vor einem Lancia. Lächeln für die Kamera, flirten mit einem Unbekannten. Wo die schönsten Frauen, sind die meisten Besucher und häufig auch die aufregendsten Autos – meist italienischer Herkunft. Bei so viel Sexappeal verlieren vereinzelte Besucher schon mal die Kontrolle über ihren Hormonhaushalt. Was mit dem Zustecken der Visitenkarte beginnt, kann schon mal in einer unkontrollierten Handbewegung gipfeln.

Guter Lohn für harte Arbeit

Aline, eine Studentin aus St. Gallen, arbeitet bei Subaru. 4500 Franken verdient sie für die zwei Wochen. Sie ist froh, dass sie keine aufreizende Kleidung tragen muss. Weshalb sie glaubt, dass ihr vieles erspart bleibt. Zoé Esseiva, 24, aus Freiburg, arbeitet für Seat. Sie findet den Job spannend, «weil man viele verschiedene Leute trifft». Und ja, es sei auch schon vorgekommen, dass sie eingeladen wurde. «Aber meist auf eine sympathische und nicht aufdringliche Art.»

Nicht die Anmache sei das Schlimmste am Job, sondern die 12-Stunden-Tage in hohen Absätzen. Nach den Pressetagen gebe es für die Publikumstage Erleichterung. «Dann dürfen wir auch flachere Schuhe tragen.» Zoé Esseiva widerspricht dem Klischee, dass viele der jungen Frauen mit der Absicht am Salon arbeiten, um als Model entdeckt zu werden. «Die meisten sind Studentinnen und machen den Job allein des Geldes wegen.»

Viele Promis zu Besuch

Mit einem grossen Promi-Aufgebot warten die Marken des VW-Konzerns auf. 14 berühmte Persönlichkeiten (darunter Christina Surer und Christa Rigozzi) stehen auf der Liste von Seat. Neun (Alain Sutter, Hakan Yakin, Massimo Rocchi, Adrian Stern u.a.) auf jener von VW. Und bei Audi steht Abfahrtsolympiasieger Didier Défago. Der Kreuzbandriss vom vergangenen September habe also doch etwas Positives, sagt er. «So kann ich am Autosalon sein.»

Eine Anmache der anderen Art hat Melanie Winiger erlebt. Nicht Volvo sei auf sie zugegangen, sondern sie auf Volvo. «Früher stand Volvo für Sicherheit. Heute für Sicherheit, Schönheit und ökologisches Denken.» Derweil sitzt Bernhard Russi zusammen mit Jörg Abderhalden in der Lounge von Subaru und sagt, dass der Schnee fehle. Apropos Promis: Im Unterschied zu den Hostessen ist der Salon für sie eine anmachfreie Zone.

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