Glasgebäude

Der den Durchblick hat

Die aussergewöhnliche Architektur und der Standort an der Autobahn in Geroldswil verhalfen dem Gebäude der Firma Weishaupt, Bekanntheit zu erlangen. (Bild: zvg)

Weishaupt Hauptsitz in Geroldswil

Die aussergewöhnliche Architektur und der Standort an der Autobahn in Geroldswil verhalfen dem Gebäude der Firma Weishaupt, Bekanntheit zu erlangen. (Bild: zvg)

Eine Firma kann sich neben ihren Produkten und Dienstleistungen auch über den Hauptsitz definieren. Das tut die Weishaupt AG. Ihr von Theo Hotz entworfenes Glasgebäude in Geroldswil strahlt über die Region hinaus.

Flavio Fuoli

Richard Osterwalder sitzt quasi im Glashaus. Der schweizerische Hauptsitz der weltweit tätigen Firma Weishaupt AG, die Brenner und Heizsysteme entwickelt und vertreibt, ist ein von Stararchitekt Theo Hotz erbauter Glaskubus, der direkt an der Autobahn steht. Er ist das, was man eine Landmarke nennt, ein Architektur gewordenes Zeichen.

Als Richard Osterwalder vor zwanzig Jahren bei Weishaupt startete, hatte er den Auftrag, die Marke beim Hauseigentümer und in der Heizungsbranche bekannt zu machen. Glück hatte er bei der Grundstückwahl. Das letzte in Geroldswil unmittelbar an der Autobahn und an der Grenze zu Weiningen war noch frei. «Wir haben an der Autobahn eine hervorragende Präsenz und wurden sofort bekannt», freut sich Osterwalder.

Eine unbezahlbare Investition

Glück hatte die Firma auch mit dem Architekten, dem vor zehn Jahren noch sehr aktiven Theo Hotz. «Unser Auftritt soll unserer Produktequalität entsprechen, die Qualität muss in der Architektur sichtbar sein», erklärt Osterwalder. Sichtbar geworden ist auf jeden Fall eine aussergewöhnliche Architektur, ein Haus, das in sich zu schweben scheint, das durchlässig und durchsichtig ist, dessen Fassadenproportionen dem Haus eine feines Gepräge geben.

Seit zehn Jahren steht das Haus und seither ist die Firma Weishaupt in Geroldswil präsent. Und wie: «Wir haben seither eine extreme Steigerung darin, dass uns Herr und Frau Schweizer kennen», schwärmt der Geschäftsführer. Das komme auch davon, dass täglich 160 000 bis 180 000 Autos das Gebäude kreuzen. Das sei eine unbezahlbare Investition in den Bekanntheitsgrad der Firma. «Besser gehts nicht.»

Magnet für Architekten

Beim Bau des Gebäudes ging man auch mit der Gebäudetechnik und dem Energiesystem - wie es sich für eine Firma, die in diesem Bereich arbeitet, gehört - neue Wege. Im Boden sind über 5000 Meter Kunststoffrohre eingelassen, über welche die thermoaktiven Decken im Sommer gekühlt werden. Im Winter sorgt eine Wärmepumpe, ebenfalls über die thermoaktiven Decken, für Wärme.

Im Sommer wird das Haus konsequent über die Gebäudeautomatisation beschattet, im Winter sorgt die Automation dafür, dass über die unbeschatteten Fenster die Sonne hineinscheinen kann und das Gebäude mitheizt. Das Gebäude mit seiner doppelten Glasfassade und dem damals einmaligen Energiesystem lockte viele Architekten und Ingenieure an, was der Vermarktung der Firma natürlich auch nicht abträglich war.

Eigenständige Tochter

Die vor über 60 Jahren in Deutschland gegründete Weishaupt war lange Zeit in der Schweiz nicht präsent. Es gab hier einen Gebietsschutz, weil das erste Produkt der Firma, der erfolgreiche Monarch-Brenner, von einem Schweizer entwickelt worden war. 1951 kaufte Weishaupt die Patente.

Seit rund 25 Jahren ist man im Schweizer Markt tätig. Heute ist Weishaupt in 60 Ländern weltweit vertreten. Produktionsstätten hat sie in Deutschland und in Sennwald im Rheintal. Vor zwölf Jahren erwarb sie die Firma Neuberger, Gebäudeautomation, die seit diesem Jahr auch als Tochter in der Schweiz wirkt. Dieses Jahr gründete die Firma Weishaupt zudem die Baugrund Süd Geothermie AG, die mit insgesamt 26 Bohrgeräten Bohrungen für Erdwärmesonden für Wärmepumpen vornimmt, Wärmepumpen, die Weishaupt selbstverständlich auch im Angebot hat.

Alternativenergie sei stark ein Thema, erklärt Richard Osterwalder. Seit letztem Jahr habe sich das Angebotsvolumen verachtfacht, das Nachfragevolumen noch stärker. Das Interesse für Wärmepumpen und Solaranlagen sowie auch Öl- und Gasbrennwertgeräten, auch in Kombination, sei sehr gross.

Firma «extrem gewachsen»

Allerdings hätte die Wirtschaftssituation die Investitionsfreude für Alternativenergien etwas gedämpft. Osterwalder ist der Ansicht, «dass fossile Brennstoffe, effizient angewendet, ihre Berechtigung haben, zumal die heutigen Brennwertgeräte höchste Wirkungsgrade und sehr niedrige Emissionswerte besitzen.» Mindestens die Hälfte des Schweizer Marktes sei noch von fossilen Brennstoffen beherrscht.

Viele Schweizer bevorzugten vermehrt Schweizer Produkte, erklärt der Geschäftsführer. Trotz höherem Preis. «Beim Hausbau denkt man noch nicht an die Heizung, bei der Sanierung aber schon, da kommts dann auf Qualität an», fügt er an. Die Weishaupt AG ist denn auch 2008 «extrem» (Osterwalder) gewachsen und steht auch 2009 über Vorjahr. Osterwalder: «In den letzten zwei Wochen konnte ich sieben zusätzliche Mitarbeiter einstellen.» Der Firma scheint es demnach gut zu gehen.

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