Wirtschaft

Der Liechtensteiner Export ist voll im Saft

Ein Bauarbeiter mit einen Akkuschrauber von Hilti. Der Konzern ist einer der Eckpfeiler der Liechtensteiner Industrie und Wirtschaft.

Ein Bauarbeiter mit einen Akkuschrauber von Hilti. Der Konzern ist einer der Eckpfeiler der Liechtensteiner Industrie und Wirtschaft.

Die Unternehmen im Fürstentum haben vergangenes Jahr ihren Auslandsumsatz um neun Prozent erhöht. Die Schweiz ist der drittwichtigste Absatzmarkt.

Liechtensteinische Industrieprodukte finden global Absatz. Die Schwerpunkte des Industriesektors sind der Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau, der Metallbau sowie Elektro- und Präzisionsinstrumente. Ergänzt werden diese Produktionssegmente durch die Nahrungsmittelindustrie und die Herstellung von Dentalprodukten.

Die Industrie- und Handelskammer (LIHK) registrierte vergangenes Jahr eine Zunahme des Auslandsumsatzes um 9 Prozent auf 7,9 Milliarden Franken, der von 31 Unternehmen in 169 Ländern generiert wurde. Die erneute Steigerung deutet laut LIHK darauf hin, dass die liechtensteinischen Produkte auf den Weltmärkten geschätzt werden und konkurrenzfähig sind. Kammerpräsident Klaus Risch beurteilt die Umsatzzahlen als sehr gut, die vor dem Hintergrund erschwerender Umstände zu Stande gekommen seien: trotz abgeschwächter Weltkonjunktur, trotz starken Frankens, trotz zunehmender handelspolitischer Konflikte.

Die Schweiz hinter Deutschland und den USA

Von grosser Bedeutung ist für die liechtensteinische Industrie der Schweizer Markt. Dieser ist für viele Unternehmen zum eigentlichen Heimmarkt geworden ist, weil in Liechtenstein selbst wegen der Kleinheit des Landes die Absatzmöglichkeiten beschränkt sind. Mit einem Anteil von 12,5 Prozent liegt der Wirtschaftspartner Schweiz an dritter Position der Absatzländer, womit also 981 Millionen Franken oder jeder achte Franken in der Nachbarschaft erwirtschaftet wird. Beinahe die Hälfte der liechtensteinischen Exporte geht in den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), der von den globalen Wirtschafts­regionen gegenüber Asien und Amerika eine hervorragende Stellung einnimmt. Die beiden grössten Absatzländer Liechtensteins sind Deutschland (1,39 Milliarden Franken) und die USA (1,13 Milliarden).

Bei einer Wohnbevölkerung von 38'000 Einwohnern nimmt der Industriesektor mit 10'400 Beschäftigten eine bedeutende Position ein. Noch bedeutend mehr aber, insgesamt 58'071 Beschäftigte, sind in den 252 Auslandsniederlassungen der Un­ternehmen tätig. Die Zunahme der Beschäftigtenzahl im Ausland um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr korrespondiert mit dem Gesamtumsatzwachstum.

Die Aussichten sind intakt

Die LIHK führt die Konkurrenzfähigkeit der liechtensteinischen Industrie vor allem auf die intensive Forschungstätigkeit zurück. Die Aufwendungen für Forschung & Entwicklung entsprechen einem Anteil von 7,4 Prozent des Auslandsumsatzes oder knapp 10 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP), was die LIHK im Vergleich mit anderen Ländern als «überdurchschnittlich hoch» einstuft.

Für das laufende Jahr werden die wirtschaftlichen Aussichten zwischen «gut» (etwa die Hälfte der Unternehmen) und «befriedigend» (40 Prozent der Betriebe) eingestuft. LIHK-Präsident Risch erwartet ein «moderates Umsatz- und Ertragswachstum». Dieses könnte allerdings negativ beeinflusst werden, und zwar durch die Behinderungen des freien Handels durch Strafzölle, durch Konjunkturschwankungen in den wichtigsten Absatzmärkten und nicht zuletzt von der Entwicklung ausländischer Währungen gegenüber dem Franken.

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