Grossbanken

Die Chefs der UBS und CS müssen zurück auf Feld eins

Beide Grossbankenchefs kommen aus dem Investmentbanking. Beide hatten den gleichen Vorgänger: den Deutschen Oswald Grübel. Und für beide gilt: Sie stehen 2013 vor einer Bewährungsprobe.

Der US-Amerikaner Brady Dougan (53) von der Credit Suisse (CS) übernahm den Chefsessel im Mai 2007 – kurz vor Ausbruch der Finanzkrise. Der Tessiner Sergio Ermotti (52) von der UBS kam im November 2011 an die Spitze. Er ist der vierte CEO seit 2007. Beide sind 2013 wieder zurück auf Feld eins: Sie müssen beweisen, dass ihre Strategie greift. Die Ausgangslage präsentiert sich so:

Kapital: Im letzten Juni schickte die Nationalbank den Kurs der CS in den Keller: Die Währungshüter rügten die knappe Kapitaldecke der zweitgrössten Schweizer Bank. Dank frischem Kapital, massiv verkleinerten Risiken und einer verschlankten Bilanz liegt die CS mit einer Quote von 9,1 Prozent nur noch knapp unter 10 Prozent. Diese Quote, welche die künftig in der Schweiz geltenden Basel-III-Regeln verlangen, wollen beide Banken 2013 überschreiten.

Vermögensverwaltung: Das Herzstück der UBS erwirtschaftet sieben Milliarden Franken oder 28 Prozent der Einnahmen der Bank. Allerdings erlahmte im Weihnachtsquartal der Zufluss von Neugeldern. Kunden aus Westeuropa zogen Geld ab – wohl von Steuersündern. Obendrein schrumpfte die Bruttomarge auf 0,89 Prozent.

Der Ausweis des CS-Vermögensverwaltungsgeschäfts lässt sich nicht mit dem der UBS vergleichen. Bei der CS zählen das schweizerische Privat- und Firmenkundengeschäft und das Vermögensverwaltungsgeschäft mit institutionellen Anlegern zur Division. Sie erwirtschafteten einen Vorsteuergewinn von 3,8 Milliarden Franken. Im Private Banking sind es 2 Milliarden, bei der UBS 2,4 Milliarden. Aber: Die CS ist mit einer Bruttomarge von 1,1 Prozent viel profitabler. Dafür ist der Neugeldzufluss mit 10,8 Milliarden Franken eher schwach. Die UBS sammelte 46,9 Milliarden ein.

Für beide Konzerne gilt: 2012 hielten sich die Kunden bei Investitionen in Wertschriften zurück. Handeln die Kunden wieder aktiver und erhöhen sich die Vermögenswerte dank Börsengewinnen, steigen die Erträge. Davon wird die UBS wegen ihrer Grösse stärker als die CS profitieren.

Investmentbanking:Nach Riesenverlusten seiner Vorgänger baut Ermotti ab und fährt den Handel mit Wertschriften oder Devisen zurück. Seine UBS soll sich vermehrt auf Beratungstätigkeiten für vermögende Kunden spezialisieren. Brady Dougan setzt erfolgreich auf das riskantere Kapitalmarktgeschäft. Die CS-Investmentbank erzielte 2012 einen Vorsteuergewinn von zwei Milliarden Franken. Die UBS schrieb rote Zahlen wegen Abschreibungen von Altlasten und einer Busse von 1,4 Milliarden wegen Manipulationen des Liborzinssatzes. Geht Dougans Strategie auf, verdient er mehr als die UBS.

Löhne und Boni:Bei der UBS wurde der Bonustopf um sieben Prozent auf 2,5 Milliarden Franken gesenkt. Darüber macht die CS keine Angaben. Sie zahlt einem Angestellten im Schnitt 243 300 Franken. Das sind pro Kopf 17 700 Franken mehr als die UBS. Diese Kosten wollen beide CEOs weiter drücken. 2012 bauten beide Banken über 2000 Stellen ab. Die UBS will sich von weiteren 8000 Mitarbeitern trennen. Wie hoch der Abbau bei der CS ausfällt, lässt Dougan offen. Er hat sein Sparziel erhöht. Bis Ende 2015 will er den Aufwand um 2,4 Milliarden Franken senken.

Fazit: Sowohl Brady Dougan wie Sergio Ermotti haben ihre Geldhäuser umgebaut. Nun müssen sie einen Gewinn in der Höhe von ein paar Milliarden liefern.

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