Gastronomie

Die Gastro-Kette Ona Poké expandiert – Essensfotos auf Instagram spielen dabei eine wichtige Rolle

Poké Bowls enthalten Fisch, Ries oder Nudeln und Salat sowie diverse Toppings und Saucen.

Poké Bowls enthalten Fisch, Ries oder Nudeln und Salat sowie diverse Toppings und Saucen.

Die Kette Ona Poké setzt auf ein Trend-Gericht aus Hawaii. Nun eröffnet sie neue Filialen. Social Media sind für den Erfolg wichtig. Damit ist die Kette nicht allein.

Ein Trend-Gericht aus Hawaii erobert das Binnenland Schweiz: Die Poké Bowls. Die Schalen setzen sich im Wesentlichen aus Fisch, Reis oder Nudeln und Salat zusammen. Das Ganze wird mit Saucen und Früchten angereichert - und gilt als sehr gesund. Das haben auch Schweizer Firmen gemerkt.

Die Kette Kaisin eröffnete 2017 ihren ersten Standort und ist mittlerweile viermal in Zürich und Basel präsent. Im gleichen Jahr trat «Ona Poké» mit dem ersten Laden in Zürich in den Markt ein. Nun will die Firma rasch wachsen. Sie sucht derzeit nach Investoren für eine neue Finanzierungsrunde, wie einem Branchenschreiben zu entnehmen ist. Das mittelfristige Ziel ist die Eröffnung von zehn Filialen. Derzeit sind es zwei.

Ex-Chef von Mc Donald's hilft mit

Gründer und Verwaltungsratspräsident Flavian Hächler sagt: «Poké ist in den USA ein riesiger Hype. Unser erster Laden in Zürich kam sehr gut an. Deshalb konnten wir rasch einen zweiten Standort in Zürich eröffnen. Nun möchten wir die weitere Expansion angehen.» Dabei kann Ona Poké auch auf prominente Unterstützung zählen: Im Verwaltungsrat sitzt Harold Hunziker, der frühere Chef von Mc Donald’s Schweiz und Bruder von Michelle Hunziker.

Den dritten Standort eröffnet «Ona Poké» im Herbst an der Bahnhofstrasse in Zürich, ein weiterer Standort in Genf ist ebenfalls gesichert. Dessen Eröffnung soll im Frühling 2021 erfolgen. «Wir setzen auf Genf, weil die Stadt das Potenzial für mindestens drei Standorte hat. Nur so können wir das Konzept einigermassen wirtschaftlich betreiben.»

Folgt die Expansion ins Ausland?

Zürich und Genf seien von der Grösse her die einzigen beiden Schweizer Städte, in denen diese Voraussetzungen gegeben seien. Die Landesgrenze sei aber kein Hindernis: «Man darf immer gross denken», so Hächler. Eine Expansion ins Ausland sei möglich. «Fürs Erste konzentrieren wir uns aber auf die Schweiz.»

Poké ist auch deshalb beliebt, weil es zwei Trends aufnimmt: Das Bedürfnis nach gesundem, leichtem Essen - und der Wunsch nach Gerichten, deren Fotos sich gut in den sozialen Medien wie Instagram vermarkten lassen. In der Investorenbroschüre von «Ona Poké» heisst es denn auch, die Gerichte kämen «in unvergleichlicher und instagrammable Optik» daher.

Instagram wird immer wichtiger

Diese Entwicklung nehmen auch andere Anbieter auf: So setzt etwa die US-amerikanische Burger- und Milkshake-Kette Black Tap, die im Herbst in Zürich ihre zweite Schweizer Niederlassung eröffnet, bewusst auf die Optik (CH Media berichtete). Die Gäste sollen nicht nur satt werden, sondern mit den Fotos ihrer Verpflegung auch viele Likes erhaschen – eine willkommene Gratiswerbung für die Firma. Damit zielen die Anbieter auf eine jüngere Kundschaft, der Social Media wichtig sind.

Flavian Hächler sagt, seine Gäste ernährten sich gerne gesund, hätten aber auch Freude an einem modernen Konzept und «ein Auge für die Ästhetik». Die Zielgruppe seien urbane Menschen, die etwas Leichtes essen möchten: «Sie wollen nach dem Essen noch arbeiten können.» In der Investorenbroschüre wird die Zielgruppe der sogenannten «Dinks» angepeilt: «Double income, no kids». Auf Deutsch also: Doppeltes Einkommen, keine Kinder.

Coronakrise traf Ona Poké «brutal»

Die Coronakrise habe «Ona Poké» während des Lockdowns zwar «brutal» getroffen, so Hächler. Mittlerweile erreiche seine Kette aber wieder Umsätze wie vor der Krise - auch, weil man in der Krise schnell das Geschäft mit Lieferdiensten aufgebaut habe. Mittlerweile arbeitet «Ona Poké» mit Uber Eats, eat.ch und smood zusammen.

Ob die Kette ihre Expansion bei zehn Filialen stoppt, ist nicht klar. Dann wollen Hächler und sein Team aber nicht mehr dabei sein. «Zehn Standorte können wir selber noch gut bewirtschaften», sagt er. «Danach wird das Geschäft zu gross». In vier bis fünf Jahren soll die Kette deshalb an eine grössere Betreibergesellschaft verkauft werden. «Das Ziel ist sportlich», sagt Hächler, «aber es ist machbar».

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