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Die UBS fährt auf holpriger Piste

Die UBS fährt auf holpriger Piste

Die UBS fährt auf holpriger Piste

Im Stadtstaat gab die UBS gestern Sonntag im Rahmen des Grand Prix ihren Einstand als globaler Sponsoring-Partner der Formel 1. Penibler Fehler an der Image-Front und neue Kritik an der Boni-Praxis werfen trotzdem kein gutes Licht auf die Bank.

Die Grossbank UBS gewinnt zwar allmählich wieder an Tempo, aber sie bewegt sich noch immer auf einer Piste mit Schlaglöchern. Konzernchef Oswald Grübel und sein Team bleiben unter scharfer Beobachtung.

Daran ändert auch Singapur nichts: Im Stadtstaat gab die UBS gestern Sonntag im Rahmen des Grand Prix ihren Einstand als globaler Sponsoring-Partner der Formel 1. Mittlerweile wird dieses Engagement im Rennsport als cleverer Zug gewürdigt. Es mehren sich die Anzeichen, wonach die Werbegelder in den nächsten Monaten wieder stärker in den Formel-1-Zirkus fliessen werden.

Der Werbe-Flop mit Le Corbusier

Einen peniblen Rückschlag müssen die Image-Baumeister der UBS hingegen im Zusammenhang mit der neuen Kampagne einstecken. Der Slogan «Wir werden nicht ruhen» soll die Philosophie hinter allen UBS-Aktivitäten ausdrücken. Die Inseratekampagne dreht sich «um Menschen, die Grosses geleistet haben». Gezeigt werden Persönlichkeiten wie etwa der frühere Boxchampion Muhammad Ali, die Everest-Bezwinger Edmund Hilary mit Sherpa Tenzing. Gezeigt wird aber auch der 1965 verstorbene schweizerisch-französische Architekt, Designer und Maler Le Corbusier: Der «Sonntags-Zeitung» kommt das Verdienst zu, den Finger auf einen für die UBS peinlichen Umstand gelegt zu haben: Le Corbusier war überzeugter Antisemit. Die UBS wird es sich nicht leisten können (und wollen), das Corbusier-Sujet noch einmal zu verwenden.

Boni-Schelte des Ex-Präsidenten

Um noch mehr als die Frage des Ansehens geht es (auch) für die UBS im Zusammenhang mit der Debatte um die Boni-Vergabepolitik. Mit Peter Kurer hat just ein früherer UBS-Bannerträger klar Position bezogen – gegen die reanimierte Boni-Praxis und die teilweise nach wie vor herrschende Risikomentalität. Kurer trat im April 2009 nach einem Jahr als UBS-Präsident zurück. An einer Veranstaltung in Zürich räumte Kurer kürzlich ein, die Boni müssten «runterkommen». In den Handelsräumen der Banken würden Boni «wie nie zuvor» ausgeschüttet, wird Kurer von der «Sonntags-Zeitung» zitiert. Die Zielmarke einer Kapitalrendite von 25 Prozent sei weder volkswirtschaftlich sinnvoll noch im Sinne der Einleger. Mit der laufenden Aktienrechtsrevision liessen sich Mentalität und Gier nicht durchbrechen.

Der Blick nach Bern

Diese Woche gilt die Aufmerksamkeit der Finanzplatzakteure Bern. Die Expertengruppe «Too big to fail» unter dem Vorsitz von Peter Siegenthaler dürfte am Donnerstag ihren Bericht präsentieren. Im Zentrum: Vorschläge zuhanden des Bundesrates, wie das Risiko von systemrelevanten Banken in der Schweiz verringert werden kann. Allgemein wird erwartet, dass die Gruppe Eigenmittel-Standards propagiert, die über das Regelwerk «Basel III» hinausgehen und ein Sonderpolster («Swiss Finish») vorsehen. Fraglich ist, in welchem Umfang die Regeln mit Blick auf UBS und CS verschärft werden. Selbst Finanzminister Hans Rudolf Merz erklärte im jüngsten Interview mit dem «Sonntag», er sei gespannt auf die betreffenden Vorschläge.

Eine andere Frage wird am 26. Oktober mit der Vorlage der UBS-Erfolgszahlen zum dritten Quartal beantwortet: Kann die Bank die Gewinntrendwende von «Q 2» bestätigen? Oder bremst der aufgefrischte Gegenwind im globalen Investment Banking auch die UBS, deren Ertrag zu 45 Prozent von dieser Geschäftssparte lebt?

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