Arbeitslosenzahlen

Diese drei Grafiken zeigen die krassen Auswirkungen der Coronakrise auf den Schweizer Arbeitsmarkt

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat am Dienstag die aktuellen Arbeitslosenzahlen bekannt gegeben. Die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist gegenüber dem Vorjahresmonat leicht angestiegen.

(dpo) Ende Mai waren 155’998 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, teilte das Seco am Dienstag mit. Das sind 2’585 Personen mehr als noch im Vormonat. Damit steigt die Arbeitslosenquote in der Schweiz auf 3,4 Prozent. Gegenüber dem April betrug die Zunahme 0,1 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit nahm gegenüber dem Vorjahresmonat wiederum um 54’628 Personen zu, einem Plus von rund 54 Prozent. «Das sind historisch aussergewöhnliche Zustände auf dem Schweizer Arbeitsmarkt», wie Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Seco, an einer Telefonkonferenz am Dienstag ausführte.

Gewerkschaften fordern Unterstützung für Lehrstellen

Bei der Altersgruppe zwischen 50 und 64 Jahren verzeichnete das Seco einen Anstieg der Arbeitslosen um 654 Personen. Der Anstieg von 1,6 Prozent in dieser Altersgruppe scheint laut Boris Zürcher gering, doch in absoluten Zahlen ist er bedeutsam, weil die 50 bis 64-Jährigen eine grosse Gruppe im Arbeitsmarkt darstellen.

Die Jugendarbeitslosigkeit erhöhte sich ebenfalls um 567 Personen, was einem Plus von 3,3 Prozent entspricht. Als Reaktion darauf fordert die Gewerkschaft Unia in einem Communiqué vom Dienstag, dass Bund und Kantone die Sicherung und Schaffung von Lehrstellen sorgen und den Zugang zu Arbeitslosenunterstützung für unter 25-Jährige vereinfachen. Im Weiteren sollen sich Bund und Kantone an einem Ausbau von Coaching-, Brücken- und Zwischenangeboten beteiligen, so die Gewerkschaft weiter.

Kurzarbeit hat stark zugenommen

Von der Kurzarbeit waren im März insgesamt 782’436 Personen betroffen, 778’388 Personen mehr als im Februar. Damals waren es lediglich 4’048 Personen. Die Anzahl der betroffenen Betriebe erhöhte sich von 227 im Februar auf 97’432. Die effektiven Zahlen der Kurzarbeitsnutzung im März könne das Seco aber erst im Juni darlegen, erklärte Zürcher. Dies, weil die Betriebe drei Monate nach der letzten Abrechnungsperiode Zeit hätten, den Entschädigungsanspruch geltend zu machen.

Der Leiter der Direktion für Arbeit macht verschiedene Gründe für den Anstieg der Arbeitslosen im Monat Mai aus. Da wäre zum Einen das abrupte Ende der Wintersaison in den Skigebieten. «Hauptbetroffen davon waren vor allem saisonale Arbeitskräfte in der Gastronomie und Hotellerie», so Boris Zürcher. Zum Anderen seien befristete Arbeitsverhältnisse Ende Monat nicht erneuert worden. Ausserdem sei es zu einem allgemeinen Einstellungsstopp gekommen, da die Betriebe in der Kurzarbeit auf ihre Stammbelegschaft setzten.

Trotz der düsteren Lage geht das Seco davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt in den binnenorientierten Branchen rasch erholen werde. «Der Binnenmarkt kommt relativ schnell in die Gänge und das wird sich auch auf die Arbeitslosigkeit auswirken», erklärte Zürcher. Dagegen müssten die exportorientierte Sektoren vermutlich noch längerfristig mit Herausforderungen rechnen. Hier gebe vor allem die internationale Konjunktur den Takt an und sei sich nach wie vor verhalten

Meistgesehen

Artboard 1