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Diese Familie sind arm - und jammern nicht

Sie mögen Monate mit weniger als 31 Tagen: Schweizer Familien, deren Lohn zwar knapp ist, die sich aber ungern als arm bezeichnen würden. Heute abend zeigt SF einen DOK mit vier Familien, bei denen Geld Mangelware ist.

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Praktisch jeder zehnte Bürger hierzulande sei mittellos, ja, rund 400‘000 Menschen ginge es sogar richtig dreckig. Jedes sechste Kind leide unter der Geldnot der Eltern. Das sidn die Zahlen, die seit letztem Jahr herumgeboten werden.

Grund genug für den Filmer Pino Aschwanden, sich mit einem Dok an das Thema zu machen. Nach langer Suche fand er vier Familien, die bereit waren, über ihr Leben am Existenzminimum zu berichten.

Der 2008 mit dem Fernsehpreis ausgezeichnete Filmer Pino Aschwanden erzählt: «Es sind Familien, die nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind, die aber, wenn es mal nicht reicht, bei Verwandten, Bekannten oder Institutionen anklopfen müssen. Es sind Familien, bei denen das Geld meist schon vor Ende Monat verbraucht ist. Sie haben nichts auf der hohen Kante, hangeln sich von Monat zu Monat durch, ohne Polster, ohne Perspektive.»

Besitzlosigkeit, Armut, Geldmangel: Wer davon betroffen ist, zeigt es kaum. Mittellosigkeit ist unsichtbar. Wenn man aber genau hinschaut, wird man feststellen, dass Geldnot sehr wohl ein Gesicht hat. Das Mobiliar stammt meist zur Gänze aus dem Brockenhaus. Der Einkauf geschieht oft nach 17 Uhr, wenn viele Lebensmittel zum halben Preis angeboten werden. «Für Kleider geht man in Secondhand-Börsen.

Ferien sind meist UHU-Ferien: Ums-Haus-Ume», sagt Aschwanden. «Manche waren noch nie in einem Flugzeug, kaum je in einem Hotel. Was mir aufgefallen ist: Es wird nicht gejammert. Die Bescheidenheit, die man lebt, ist zwar anstrengend, aber gut gelernt. Die Familien sind geübt darin, es mit wenig auszuhalten.» (cls)

DOK am Donnerstag, 16.09.2010, 20:00 Uhr auf SF1