VW steckt in der tiefsten Krise der Unternehmensgeschichte. Dies seit bekannt wurde, dass bei Dieselfahrzeugen die Abgaswerte in den USA manipuliert worden waren.

Eine entsprechende Software, die merkt ob ein Schadstoff-Testgerät angeschlossen ist oder nicht, wurde weltweit in elf Millionen Autos eingebaut. Es drohen Sammelklagen in den USA.

Rund 40 solcher Klagen sind nach Informationen des NDR und der "Süddeutschen Zeitung" bereits bei Gerichten eingereicht worden. Die Krise könnte auch andere Autobauer erfassen.

Schon im Frühling 2014 wies der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) darauf hin, dass die Realität des Schadstoffausstosses beim Auspuff abweichen kann von der Messung auf dem Prüfstand.

Der VCS fordert deshalb für die Schweiz die Einführung einer konsequenten Feldüberwachung, welche über den realen Schadstoffausstoss des Strassenverkehrs informiert. Ausserdem müssten auch die Bestimmungen der EU massiv verschärft werden. Hersteller seien zu verpflichtet werden, die Schadstoffgrenzwerte dauernd und in jedem Fahrzustand einzuhalten.

Der VCS, der jährlich eine viel beachtete Rangliste mit den umweltschonendsten Autos publiziert, zieht Konsequenzen.

Kurt Egli, Co-Projektleiter der Autoumweltliste, kündigt im Gespräch an, dass die Liste revidiert wird: «Wir kommen nicht umhin, die Messwerte der Automobilhersteller zu übernehmen. Was wir diskutieren werden ist, ob wir den Abschlagsfaktor bei Dieselfahrzeuge vergrössern.»

Mit anderen Worten: Dieselmotoren erhalten bei der Bewertung der Umweltverträglichkeit wegen dem Abgas-Skandal von VW eine schlechtere Note.

Damit nicht alle Hersteller von Dieselfahrzeugen in den gleichen Topf geworfen werden, präzisiert Egli: «Kann uns ein Hersteller in einem Brief garantieren, dass seine Fahrzeuge die Grenzwerte auch auf der Strasse einhält, werden wir das natürlich berücksichtigen.»

Denn das Einhalten der Grenzwerte ist technisch durchaus möglich, aber halt mit erheblichen Kosten verbunden.