Bürokratischer Mehraufwand

Drei von zehn Firmen planen Stellenabbau wegen Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative

Der Wirteverband Gastrosuisse befürchtet eine übermässige Belastung durch die Masseneinwanderungsinitiative.

Der Wirteverband Gastrosuisse befürchtet eine übermässige Belastung durch die Masseneinwanderungsinitiative.

Die vom Parlament kurz vor Weihnachten beschlossene Umsetzung der SVP-Masseneinwanderungsinitiative dürfte die Schweiz Arbeitsplätze kosten.

In einer Umfrage der SonntagsZeitung unter den grössten Arbeitgebern gaben 29 Prozent der Konzernchefs an, deswegen einen Stellenabbau und Verlagerungen ins Ausland ins Auge zu fassen. Sie begründen dies mit dem bürokratischen Mehraufwand.

Gefragt wurden die Manager nach den Folgen für ihr Unternehmen, sollte die verschärfte «Inländervorrang-Light-Version» der Ständeratskommission zum Zug kommen. Die nun vom Parlament abgesegnete Variante entspricht in weiten Teilen diesem Vorschlag.

Sie schreibt vor, dass Arbeitgeber offene Stellen den Arbeitsämtern melden müssen, sofern die Arbeitslosigkeit in ihrer Region und ihrem Tätigkeitsbereich über dem Durchschnitt liegt. Zudem müssen die Firmen geeignete Bewerber, die ihnen von den Arbeitsämtern vorgeschlagen wurden, zu einem Bewerbungsgespräch einladen. Und sie müssen das Resultat der Arbeitsvermittlung mitteilen. Das sei für die Firmen eine übermässige Belastung, sagt beispielsweise der Wirteverband Gastrosuisse.

Konsequenterweise unterstützen die Manager mehrheitlich die Volksinitiative «Raus aus der Sackgasse» (Rasa). Sie fordert, dass die Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative rückgängig gemacht wird. Auf die Frage, ob sie die Initiative unterstützten, antworten 55 Prozent der Chefs mit «ja» oder «eher ja».

Befragt wurden hundert der grössten Arbeitgeber, darunter Banken, Versicherungen, Pharma- und Maschinenindustriekonzerne, Staatsbetriebe, Detailhändler und Stromfirmen. An der Umfrage nahmen 49 Konzernchefs teil.

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