Kommentar

Fahndung nach Coronamedikament: Bitte besser absprechen

© Sandra Ardizzone / INL

Forscher fahnden nach einem Coronamedikament – oft unkoordiniert, manchmal panikartig.

Rund 1200 klinische Studien wurden seit Anfang Jahr gestartet, um eines oder mehrere Medikamente gegen Corona zu finden. Wenn auch die Entwicklung eines Impfstoffs für die Bewältigung der Pandemie wichtiger ist, so kommt auch den Arzneimitteln eine hohe Bedeutung zu. So nehmen etwa in mehreren Ländern wie etwa den USA die Spitaleinlieferungen wieder deutlich zu.

Wie nun eine Auswertung all dieser Studien zeigt, war der Effort von Panik geprägt und verlief ziemlich unkoordiniert. Dabei setzten viele Forscher auf das Medikament Hydroxychloroquin, das von US-Präsident Donald Trump hochgejubelt wurde. Inzwischen zeigt sich jedoch, dass das Mittel Coronapatienten nicht hilft.

Es ist lobenswert, dass in einer solchen Krise verschiedenste Medikamente in vielen Studien getestet werden. Immerhin haben sich bislang zwei Mittel als wirksam erwiesen. Jedoch darf es nicht sein, dass sich die Kräfte wie im Fall von Hydroxychloroquin zu einseitig auf ein Mittel fokussieren. Dadurch wurden wertvolle Ressourcen verschwendet. Gemeint ist dabei nicht nur Geld, sondern auch Patienten, die in anderen Studien hätten untersucht werden können.

Die Weltgesundheitsorganisation hielt Anfang Februar ein Forum ab, um unter anderem die Forschungsbemühungen zu beschleunigen. Zu wenig Gewicht erhielt dabei offensichtlich das koordinierte Vorgehen. Das muss sich ändern.

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