Kommentar

Fehlende Medikamente: Die Schweiz ist zu passiv

(Symbolbild)

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Hierzulande sind bis zu 600 Arzneimittel derzeit nicht lieferbar. Der Bund fokussiert dabei zu einseitig auf lebenswichtige Präparate.

Sei es eine einfache Kopfwehtablette, ein Medikament gegen Depressionen oder ein Präparat gegen Epilepsie: All diese Arzneimittel und noch viele mehr sind derzeit in der Schweiz nicht lieferbar. Meist findet sich über Umwegen ein Ersatz, die Patienten bekommen vom Engpass oft gar nichts mit.

Und doch: Das Problem verschärft sich laufend. In gewissen Fällen, etwa für Epilepsie-Patienten, kann der Engpass unangenehme Folgen haben. Zahlreiche europäische Länder wollen nicht mehr länger zusehen und ergreifen Massnahmen. Die Schweiz dagegen bleibt erstaunlich passiv. Währen andere Staaten über Exportverbote und verschärfte Meldepflichten nachdenken, arbeitet der Bund noch immer an einer Situationsanalyse.

Natürlich ist es für die Schweiz als einzelnes Land nicht einfach, Antworten auf ein globales Problem zu finden. Ein Exportverbot etwa scheint nicht die richtige Antwort zu sein, da die betroffenen Medikamente gar nicht mehr in der Schweiz hergestellt werden.

Dennoch fokussiert der Bund bislang zu einseitig auf lebenswichtige Medikamente. Diese haben sicherlich Priorität, doch das Problem ist mittlerweile viel grösser. Schliesslich kann ein Engpass eines Medikaments einen Patienten gefährden, ohne ihn gleich in Lebensgefahr zur bringen. Der Bund ist daher gefordert, das Problem in seiner ganzen Breite anzugehen. Die betroffenen Spitäler und Apotheker wären auf jeden Fall für eine Zusammenarbeit bereit.

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