Fluglärm
Flughafen Zürich mit grösster Baisse seit dem Grounding

Die Wirtschaftskrise trifft auch den Flughafen Zürich: Die Anzahl Flugbewegungen ging im ersten Halbjahr 2009 um acht Prozent zurück. Dennoch muss Regierungsrätin Rita Fuhrer Massnahmen gegen den Fluglärm erarbeiten.

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Zahlen Flugbetrieb

Zahlen Flugbetrieb

Limmattaler Zeitung

Oliver Steimann

Eine derartige Baisse musste der Flughafen Zürich seit dem Swissair-Grounding nicht mehr hinnehmen: In den ersten sechs Monaten des Jahres zählte er 10,2 Millionen Passagiere - 3,8 Prozent weniger als im ersten Semester 2008.

Nur dank einer steigenden Zahl von Umsteigepassagieren fiel der Rückgang nicht noch stärker aus. Noch viel härter hat die Rezession den Frachtverkehr getroffen. Dieser schrumpfte im gleichen Zeitraum um 18,8 Prozent auf 162 418 Tonnen.

Kein Ende des Abwärtstrends

Aus politischer Sicht ist allerdings eine andere Zahl brisant - jene der Flugbewegungen. Im ersten Semester zählte Unique noch 12 303 Starts und Landungen, was einem Rückgang um volle acht Prozent entspricht. Der Abwärtstrend hat bereits im vergangenen September eingesetzt, eine Ende ist derzeit nicht in Sicht.

Die Anzahl Flugbewegungen ist eine der Grössen, die für die Berechnung des Zürcher Fluglärm Indexes (ZFI) herangezogen werden. Ein Rückgang hat deshalb Einfluss auf den Monitoringwert - die Zahl der lärmbelästigten Personen.

Zuletzt lag diese nur noch knapp unter der Toleranzgrenze von 47 000. Der Regierungsrat hat deshalb Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer beauftragt, im Herbst Massnahmen zur Senkung des ZFI zu präsentieren.

«Auftrag bleibt unverändert»

Gemäss Erich Wenzinger, Sprecher der Volkswirtschaftsdirektion, ändert der Rückgang der Flugbewegungen nichts an diesem Auftrag. Ohnehin gehe es darum, eine langfristige Lösung zu finden.

Zudem sei zu berücksichtigen, dass eine Veränderung der Parameter nur mit zeitlicher Verzögerung in den Monitoringwert einfliesse. Konkret: «Der nun festgestellte Rückgang wird erst im ZFI-Bericht 2009 abgebildet. Dieser wird im Herbst 2010 vorliegen.»

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