Kommentar

Geplatzter UPC-Deal: Ein schwarzer Tag für Konsumenten

Sunrise muss UPC-Übernahme abblasen (Archivbild)

Sunrise muss UPC-Übernahme abblasen (Archivbild)

Sunrise hätte zu einer echten Konkurrenz für die Swisscom werden können. Diese Chance wurde verpasst - zu Lasten der Kunden

Der Telekom-Deal des Jahres ist geplatzt. Sunrise wird den Kabelnetzbetreiber UPC nicht wie geplant für 6,3 Milliarden Franken kaufen. Die Gegner der Übernahme unter den Sunrise-Aktionären haben sich durchgesetzt. Die grossen Verlierer sind die Konsumenten.

Mit dem Kauf von UPC wäre Sunrise zu einer echten Konkurrenz für die Swisscom herangewachsen. Zu einem Herausforderer auf Augenhöhe. Dem Wettbewerb auf dem Schweizer Telekommarkt hätte das ausserordentlich gut getan. Profitiert hätten sehr wahrscheinlich die Kunden – durch bessere Angebote oder günstigere Preise. Stattdessen bleibt es beim Status quo: Beim Wettbewerb darum, wer hinter dem halbstaatlichen Branchenprimus die Nummer Zwei sein darf.

Das geplatzte Milliardengeschäft ist allerdings auch eine herbe Niederlage für Sunrise-Präsident Peter Kurer und Firmenchef Olaf Swantee. Beide wollten den Deal unbedingt. Sie hatten stets behauptet, die Mehrheit der Aktionäre auf ihrer Seite zu haben. Nun nennt Swantee den Zeitpunkt, als die Stimmung seiner Einschätzung nach gekippt sei: Als sich der mächtige Stimmrechtsberater ISS vor rund zwei Wochen gegen den Deal aussprach.

Das fällt jedoch auf die beiden selbst zurück, denn ISS beklagte vor allem den zu hohen Kaufpreis – ein Einwand, der von Kritikern längst vorgebracht war, von Kurer und Swantee jedoch lange ignoriert wurde. Das hat sich nun gerächt. Ihre Rolle in der gescheiterten Übernahme wird aufzuarbeiten sein.

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