Geschäftsgang
Frauenfelder Zur Rose Group übertrifft Erwartungen – Zuwachs in allen Märkten

Die Versandapotheke hat im vierten Quartal 2020 nochmals kräftig zugelegt. Die Anzahl aktiver Kunden ist um 50 Prozent gestiegen.

Stefan Borkert
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Die Geschäfte laufen gut bei der Frauenfelder Versandapotheke Zur Rose.

Die Geschäfte laufen gut bei der Frauenfelder Versandapotheke Zur Rose.

Bild: Gaetan Bally / KEYSTONE

Die Zur Rose-Gruppe hat ihre ambitionierten Wachstumsziele für 2020 übertroffen. Das schreibt das Unternehmen in einem Communiqué. Auch die Erwartungen von Analysten sind hinter dem Erreichten zurückgeblieben. Der Aktienkurs bewegt sich mit rund 400 Franken deutlich im Plus. Einzelne Banken wie die Bank of America rechnen gar mit einem Anstieg auf 500 Franken. Auch die ZKB blickt sehr optimistisch auf 2021.

Grund für die positiven Kommentare der Experten ist unter anderem das enorme Wachstumspotenzial seit der Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland und die Lancierung eines europaweiten Online-Gesundheitssystems. Zur Rose hat als Marktführer in Europa hier die Nase vorn.

Umsatzziele übertroffen

Walter Oberhänsli, CEO Zur Rose Group.

Walter Oberhänsli, CEO Zur Rose Group.

Bild: Andrea Stalder

Rechnet man die Übernahmen von Medpex und Apotal hinzu, dann konnte Zur Rose den Umsatz um fast 12 Prozent auf 1,75 Milliarden Franken steigern. CEO Walter Oberhänsli hatte letztes Jahr ein Wachstum von zehn Prozent in Aussicht gestellt. Mittelfristig peilt er einen Umsatz von 3 Milliarden Franklen an. Das ist nun deutlich übertroffen worden. Auch der von ihm erwartete Schub zum Ende des Jahres 2020 ist eingetroffen. Im vierten Quartal konnte Zur Rose mit gut 500 Millionen Franken Umsatz fast 24 Prozent zulegen. Ausserdem hat sich, gemäss Communiqué auch die Anzahl aktiver Kunden gegenüber 2019 um mehr als 50 Prozent erhöht.

Wachstum in allen Märkten
In allen Märkten verzeichnete die Gruppe im vierten Quartal Umsatzzuwächse im Vergleich zum Vorjahr. In Deutschland gelang es, den Umsatz um rund 30 Prozent in Lokalwährung zu steigern. Im Heimmarkt Schweiz erzielte Zur Rose im vierten Quartal ein Umsatzplus von 10 Prozent respektive 7,1 Prozent im gesamten Jahr 2020. Das ebenfalls stark wachsende Marktplatzgeschäft im Segment Europa verzeichnete demnach im vierten Quartal eine Umsatzsteigerung von mehr als 60 Prozent. Auf das Jahr betrachtet betrug das Wachstum 73,5 Prozent. Spitzenergebnisse sind während des Lockdowns im Frühjahr erzielt worden, schreibt das Unternehmen.

Das Zur Rose-Gesundheits-Ökosystem
Zur Rose vollziehe Schritt für Schritt den Wandel vom reinen Arzneimittelhändler hin zu einem digitalen Gesundheits-Ökosystem für Europa. Erste Bausteine würden dabei der letztes Jahr übernommene Telemedizinanbieter TeleClinic und die jetzt vereinbarte Zusammenarbeit mit Novo Nordisk bilden. Mit einer neuen Markenarchitektur unterstreiche die Zur Rose diese strategische Ausrichtung. DocMorris als bekannteste Apothekenmarke Deutschlands werde die Dachmarke für das anvisierte europäische Gesundheits-Ökosystem.

Als erster Umsetzungsschritt präsentiere sich in Deutschland die DocMorris Apotheke wie auch die Gesundheitsplattform DocMorris+ mit einer neuen Markenidentität in Form eines grünen Herzes als Symbol für Gesundheit. Die verschiedenen Grüntöne des Herzens sollen dabei die vielfältigen Services widerspiegeln, die die Digitalisierung noch persönlicher und individueller möglich machen. Dazu gehören etwa: Beratung, Arzneimitteltherapiesicherheit, Betreuung chronisch Kranker oder elektronische Rezepte und Medikationspläne. Der neue Markenauftritt werde bis 2026 in sämtlichen Kernmärkten, mit dem Ausnahme der Schweiz, schrittweise eingeführt, heisst es weiter.

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