Rohstoffe

Glencore meldet Konzernverlust und verzichtet 2020 auf Dividende

Der Verwaltungsrat von Glencore will in diesem Jahr auf die Ausschüttung einer Dividende verzichten.

Der Verwaltungsrat von Glencore will in diesem Jahr auf die Ausschüttung einer Dividende verzichten.

Der Rohstoffkonzern Glencore hat im ersten Halbjahr 2020 einen Konzernverlust von 2,6 Milliarden US-Dollar eingefahren. Der Verwaltungsrat will auf die Dividenden verzichten und auf den Schuldenabbau fokussieren.

(agl) Nachdem Glencore im ersten Halbjahr 2019 einen Gewinn von 226 Millionen Dollar erzielte, beträgt der Konzernverlust in diesem Jahr 2,6 Milliarden Dollar. Grund sind Abschreibungen in der Höhe von 3,6 Milliarden. Wie Glencore am Donnerstag mitteilte, sind diese unter anderem auf die niedrigeren Rohstoffpreise in der Coronakrise zurückzuführen, sowie auf technische Neubewertungen, die die Lebensdauer von Bergwerken verkürzen.

Wie das Unternehmen weiter schreibt, ging das bereinigte Betriebsergebnis im ersten Halbjahr um 34 Prozent zurück. Im industriellen Bereich gab es bei den Metallen einen Rückgang von 16 Prozent auf 2,2 Milliarden US-Dollar, im Bereich Energie ging das Betriebsergebnis gar um 65 Prozent auf 0,7 Milliarden zurück.

Ölgeschäft hat in der Krise profitiert

Im Handel vermeldete das Unternehmen derweil einen Halbjahresrekord, mit einem Betriebsergebnis von 2 Milliarden Dollar, im ersten Halbjahr 2019 waren es noch 1 Milliarde. Insbesondere das Ölgeschäft habe vom volatilen Handelsumfeld profitiert. Allgemein sei der kurzfristige Ausblick jedoch noch von Unsicherheit geprägt, lässt sich Glencore-CEO Ivan Glasenberg in der Mitteilung zitieren. Der Verwaltungsrat habe deshalb beschlossen, «dass eine Ausschüttung von Dividenden im Jahr 2020 nicht angemessen wäre». Stattdessen soll die Nettoverschuldung des Unternehmens bis Ende Jahr auf unter 16 Milliarden Dollar gesenkt werden.

Bereits am vergangenen Freitag teilte der Konzern mit, dass wegen der Coronakrise im ersten Halbjahr weniger Rohstoffe gefördert wurden als noch im Vorjahr. Die Kohleförderung ging um 15 Prozent zurück, die Förderung von Kupfer um 11 Prozent und von Kobalt gar um 33 Prozent. Die Produktion musste an manchen Anlagen vorübergehend eingestellt werden, die Mehrheit habe aber «relativ normal» weitergeführt werden können.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1