Coronapandemie

Google verlängert Homeoffice um ein Jahr – Entscheidung setzt auch Swisscom, SBB und Co. unter Druck

Der Hauptsitz von Google in Mountain View, Kalifornien.

Der Hauptsitz von Google in Mountain View, Kalifornien.

Der Internet-Konzern legt sich als eines der ersten grossen Unternehmen auf eine sehr späte Rückkehr in die Büros fest. Schweizer Grosskonzerne handhaben die Homeoffice-Regeln derweil unterschiedlich. Eine bekannte Basler Firma fällt dabei besonders auf.

Google stellt sich auf noch ein Jahr Homeoffice in der Coronakrise ein. Das freiwillige Arbeiten von zu Hause aus soll bis Juli 2021 möglich sein. Der Schritt solle den Mitarbeitern mehr Flexibilität für die kommenden zwölf Monate erlauben, schrieb Firmenchef Sundar Pichai am Montag in einer E-Mail an die Mitarbeiter, über die das «Wall Street Journal» berichtete. Pichai habe die Entscheidung vergangene Woche nach einer internen Debatte getroffen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen. Ursprünglich wollte Google seine Mitarbeiter im Januar zurückholen.

Die Google-Mutter Alphabet hat rund 120'000 Vollzeit-Mitarbeiter. Diese sind auf zahlreiche Länder verstreut. Die verlängerte Zeitspanne betrifft denn auch alle Büros weltweit – vom Hauptsitz in Kalifornien, wo das Coronavirus derzeit besonders stark wütet, bis zum Standort Zürich. Durch das Homeoffice-Regime sollen insbesondere Familien die Möglichkeit haben, ganzjährige Mietverträge anderswo zu unterzeichnen oder für unsichere Schuljahre zu planen. Die Entscheidung sei ein «Zugeständnis an berufstätige Eltern», schrieb etwa der «Spiegel».

Google-Chef Sundar Pichai soll von Schiksalen von Familien bewegt worden sein.

Google-Chef Sundar Pichai soll von Schiksalen von Familien bewegt worden sein.

Der Suchmaschinengigant legt sich damit als eines der ersten grossen Unternehmen auf eine sehr späte Rückkehr in die Büros fest. Zugleich gaben einige Tech-Unternehmen wie Twitter ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits die Freiheit, auch nach dem Ende der Coronakrise weiter uneingeschränkt von zu Hause arbeiten zu dürfen. Und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte erklärt, er gehe davon aus, dass im nächsten Jahrzehnt die Hälfte der Mitarbeiter des sozialen Netzwerks von zu Hause aus arbeiten werde.

Die Entscheidung von Google erhöht den Druck auf andere US-Technologiegiganten, die ihre Mitarbeitenden bereits im Januar zurückkehren lassen wollen. Bei einigen könnte es sogar noch früher der Fall sein: Der Softwareentwickler Microsoft hat seinen Angestellten in Städten wie New York mitgeteilt, dass sie möglicherweise schon im Herbst dieses Jahres ins Büro zurückkehren werden.

Bisher ist in den USA die Rückkehr in die Büros nur langsam erfolgt. Wie das «Wall Street Journal» schreibt, kehrt in New York derzeit weniger als ein Zehntel der Büroangestellten aus Manhattan an ihren Arbeitsplatz zurück. Dabei ist es ein Monat her, seit die Stadt den Unternehmen grünes Licht für die Wiederbesetzung der im März geräumten Gebäude gegeben hat. Das Homeoffice-Regime hat gleichzeitig vielerorts den Wohnungsmarkt in Aufruhr versetzt, da Angestellte alternative Wohnmöglichkeiten ausserhalb der teuren Ballungsgebiete suchen, in denen grosse Konzerne häufig angesiedelt sind.

Autor

Gabriela Jordan

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