Es wirkt auf den ersten Blick seltsam, welche Scharaden am Immobilienmarkt vollführt werden. Es gibt in der Schweiz die «Selbstregulierung». Darunter wird gemeinhin verstanden, dass sich eine Branche selber reguliert.

Am Immobilienmarkt jedoch zwingt der Staat die Banken mehr oder weniger offen. Finanzmarktaufsicht Finma, Schweizerischen Nationalbank und zuletzt auch das Eidgenössische Finanzdepartement bringen mit vereinten Kräften die Bankiervereinigung dazu, schärfere Regeln im Bereich der Renditewohnliegenschaften zu verabschieden. Damit soll die boomende Vergabe von Hypotheken gebremst werden für Wohnungen, die zur Erzielung einer Rendite gekauft werden.

In dieser «Selbstregulierung» drohen Behörden mit Konsequenzen, machen die Banken nicht selber vorwärts. Das Finanzdepartement liess ausrichten: Sie werde eine einschneidende Verordnung zurückziehen, «sofern die Banken rasch Hand für eine mindestens ebenso wirksame Verstärkung der bisherigen Selbstregulierung bieten.» Sehr diplomatisch ist das nicht mehr.

Auf den zweiten Blick ist diese seltsame «Selbstregulierung» wohl doch sinnvoll. Immerhin erarbeiten die Banken in einer Arbeitsgruppe eigene Vorschläge. Dabei wird mehr Wissen aus dem täglichen Bankengeschäft einfliessen, als wenn Berner Beamten-Experten alles entwerfen müssten. Und doch wird man erst in einigen Jahren wissen: Besteht diese schweizerische Form der «Selbstregulierung» den Stresstest, dem sie durch diesen boomenden Immobilienmarkt unterzogen wird.