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Jeder zweite UBS-Mitarbeiteraktionär will an der GV Nein zur Décharge stimmen

Das Logo der Grossbank UBS (Archiv)

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In den vergangenen Tagen wurde über das Stimmverhalten aller möglicher Aktionärsgruppen spekuliert. Eine Gruppe aber wurde vergessen, dabei gehört sie zu den wichtigsten überhaupt: die UBS-Angestellten. 50 bis 60 Prozent der rund 65 000 Mitarbeiter halten gemäss der Zeitung «Sonntag» Aktien ihres Arbeitgebers.


Laut UBS-Pressesprecher Dominique Gerster «gehört» die UBS zu 5 Prozent ihren Angestellten. Ihre Stimmkraft dürfte noch deutlich höher sein: Mitarbeiteraktionäre lassen ihre Papiere häufiger eintragen als übrige Aktionäre (und nur eingetragene Aktien sind stimmberechtigt), und sie nehmen ihr Stimmrecht auch häufiger wahr, weil ihnen die Bank am Herzen liegt.

Gemäss Insidern kommen die Mitarbeiter deshalb auf 7 bis 8 Prozent der Stimmen an der kommenden GV. Das ist kein Vorteil für den UBS-Verwaltungsrat, der die frühere Führungsriege entlasten will: Die Décharge ist bei der Belegschaft höchst umstritten. Laut Elli Planta, der Präsidentin der UBS-Arbeitnehmervertretung, werden die Meinungen wohl 50:50 geteilt sein. Das heisst: Jeder zweite UBS-Mitarbeiteraktionär will Nein stimmen. Sie sagt zum "Sonntag": «Einerseits zeichnen sich unsere Mitarbeitenden durch hohe Loyalität aus, was für ein Ja spricht. Andererseits sind viele von uns ebenso verletzt über die Vorkommnisse wie alle anderen Stakeholder, daher wird es wohl auch von unseren Mitarbeitern Nein-Stimmen geben.» Hinter vorgehaltener Hand sagen UBS-Angestellte, es sei nicht in Ordnung, dass man die Verantwortlichen aus dem Jahr 2007, Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel und Bankchef Peter Wuffli, einfach davonkommen lasse.

«Es stärkt die heutige Führung um Oswald Grübel, wenn die früheren Chefs nicht entlastet werden. Denn das signalisiert den Bruch mit der alten Garde, die den Ruf unserer Bank kaputt gemacht hat», argumentiert ein Angestellter. Die Décharge für die Jahre 2008 (Peter Kurer und Marcel Rohner) und erst recht für 2009 (Kaspar Villiger und Oswald Grübel) ist bei der UBS-Mitarbeiterbasis weitgehend unbestritten. Und nicht nur dort: Auch wichtige Aktionärsgruppen wie die amerikanische ISS empfehlen die Décharge für 2008 und 2009, nicht aber für 2007. Ebenso Swisscanto, wie die Kantonalbanken-Gesellschaft gegenüber dem «Sonntag» klarstellt.

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