Wirtschaft

Konzerne als Türöffner: Starthilfe für Start-ups

40 Prozent aller Teigwaren weltweit werden mit Maschinen von Bühler hergestellt. Entwickelt werden sie im Pasta-Center.    Bild: PD

40 Prozent aller Teigwaren weltweit werden mit Maschinen von Bühler hergestellt. Entwickelt werden sie im Pasta-Center. Bild: PD

Bühler und Givaudan spannen zusammen, um Jungunternehmen den Zugang für die Märkte der Welt zu ermöglichen.


Die Konzerne Givaudan und Bühler aus Uzwil wollen Start-ups der Lebensmittelindustrie einen schnelleren Zugang zu globalen Kunden ermöglichen. Dafür ist ein gemeinsames Entwicklungsprogramm auf die Beine gestellt worden. Beide Konzerne haben Innovationszen­tren eröffnet. Bühler das Cubic in Uzwil und Givaudan das Innovationszentrum in Zürich. Dort werden die Gründer beraten. Givaudan aus Vernier ist weltweit führend auf dem Gebiet von Geschmacks- und Duftstoffen. Bühler hingegen ist weltweit führend im Bereich von Lebensmittelverarbeitungsmöglichkeiten. Die Partnerschaft haben beide Konzerne am Dienstag bekannt gegeben.

Man unterstütze Jungunternehmen, die Lösungen für sichere, erschwingliche, nahrhafte und schmackhafte Nahrungsmittel anbieten, heisst es in einem gemeinsamen Communiqué. Die Idee dahinter ist, dass mit neuen innovativen Produkten die Ernährung der Weltbevölkerung sichergestellt werden soll. Bis 2050 werde die Weltbevölkerung auf schätzungsweise zehn Milliarden Menschen ­anwachsen, sagt Ian Roberts, Technologiechef der Bühler-­Gruppe.

Die neue Partnerschaft von Givaudan und Bühler ermög­liche Lebensmittel-Start-ups ­Zugang zu Wissen, Fähigkeiten und globalen Plattformen. Das Know-how von Givaudan und Bühler ergänze sich, was den Start-ups helfen solle, bahnbrechende neue Produkte im industriellen Massstab zu entwickeln und auch auf den Markt zu bringen.

Nachhaltiges Tierfutter und Lebensmittelsicherheit

«Als Teil unserer Strategie der kollaborativen Innovation freut uns diese Partnerschaft mit Bühler. Start-ups können so Lösungen für die globalen Herausforderungen im Lebensmittelbereich zur Marktreife bringen», sagt Fabio Campanile, Chef Geschmack- und Duftstoff-Technologie bei Givaudan. Er fährt fort: «Unser neues Zurich Innovation Centre bietet das perfekte Umfeld für überdurchschnittlich erfolgversprechende Start-ups, die so mit Givaudan zusammenarbeiten können und Zugang zu unserer weltweit führenden Technologie, Expertise und unseren Fähigkeiten erhalten.»

Campanile interessiert sich besonders für Ideen in Bereichen wie alternative Proteine, nachhaltiges Tierfutter, Lebensmittelbetrug und Lebensmittelsicherheit sowie Authentizität. Beide Konzerne suchen ausserdem natürliche Zutaten für Lebensmittelanwendungen wie etwa Farbstoffe oder Konservierungsmittel und Geschmacksstoffe. Weiter erhofft man sich Antworten im Bereich gesunde Ernährung, also Zutaten mit nachweisbaren Ernährungsvorteilen, sowie die schonende Verarbeitung ist gefragt.

Ian Roberts von Bühler ergänzt: «Unser im Mai eingeweihter Innovationscampus mit seinen Bereichen zur Zusammenarbeit, seinen Labors sowie Technologie- und Applikationszentren für grössere Mengen ergänzt die neue Anlage von Givaudan.» Die globale Präsenz von Bühler, das Verkaufsnetz, die digitalen Plattformen und die Markenstärke böten den Start-ups eine einmalige Partnerschaft. «Sie können hier ihre Lösungen im industriellen Massstab umsetzen.» Die Schweiz habe die Chance, global die Führung in Bereichen wie etwa Lebensmittel und Landwirtschaft zu übernehmen.

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