Höhere Rendite

Kunden stürmen Spar-Läden: Wie der Lebensmittelhändler fast ein Viertel mehr Umsatz verbucht hat

Spar Express sind kleinere Spar-Läden, häufig an Tankstellen.

Spar Express sind kleinere Spar-Läden, häufig an Tankstellen.

Als Folge von Corona hat Spar in seinen Dorf- und Quartierläden sowie an Tankstellen deutlich mehr verkauft. Ob das nachhaltig ist, muss sich erst noch weisen. Spar-Schweiz-Chef Rob Philipson zeigt sich hoffnungsvoll und hat obendrein die Rendite markant gesteigert.

22 bis 24 Prozent mehr Umsatz im April gegenüber dem Vormonat März. Das hat Spar Schweiz mit Sitz in St.Gallen erreicht. Und das im weitgehend gesättigten und hart umkämpften Lebensmittelhandel. Wie ist das möglich? Geschäftsleiter Rob Philipson erklärt es mit den Folgen der Coronapandemie.

Zum einen hat die Schliessung der Grenzen den Einkaufstourismus abgewürgt. Zum anderen will Spar beobachtet haben, dass Konsumenten Einkaufszentren und grössere Supermärkte vermehrt gemieden und sich lieber beim Nahversorger in der Nachbarschaft, wie Spar einer ist, eingedeckt hätten.

«Wir sind realistisch»

Vom Verkaufsplus haben laut Philipson alle Absatzkanäle profitiert, die von Spar als Grosshändlerin beliefert werden. Dazu gehören neben den Spar- und Maxi-Läden sowie unabhängigen Detaillisten die elf TopCC-Abholmärkte, die auch für Privatkunden geöffnet worden sind.

Wie Philipson sagt, hat das Umsatzwachstum im Mai mit zweistelliger Rate angehalten, wenn auch etwas verlangsamt. Wie geht es weiter? Philipson sagt:

Im Semester fast so viel verdient wie im ganzen vergangenen Jahr

Auch der Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt bei der Schweizer Spar-Gruppe eine positive Entwicklung. Im ersten Semester (per Ende März) des laufenden Geschäftsjahrs stieg der Umsatz im Vorjahresvergleich um 4,4 Prozent auf 374 Millionen Franken. Und das Betriebsergebnis erreichte mit 5,6 Millionen Franken annähernd das Niveau des ganzen vergangenen Geschäftsjahrs (5,8 Millionen).

Die operative Marge hat sich damit deutlich auf 1,5 Prozent verbessert (siehe Grafik). Damit scheinen die Folgen einer «überaggressiven Marketingkampagne», wie es Spars südafrikanische Muttergesellschaft nennt, überwunden. Diese Kampagne mit Preissenkungen hatte im Vorjahressemester den Umsatz nicht wie erhofft befeuert und an der Marge genagt.

Ein Laden ist abgebrannt, dafür ist Spar neu im Wallis präsent

Abhängig von der wirtschaftlichen Erholung wäre Philipson froh, im ganzen laufenden Geschäftsjahr eine Marge von 1,7 Prozent erreichen zu können. Mittelfristig bleiben 3 Prozent das Ziel.

Spar beliefert ein Netzwerk aus 345 Detailhandelsläden, 23 mehr als Ende September 2019. Brutto kamen 34 Läden hinzu, wovon 23 PAM-Läden in der Romandie sind, die sich seit Anfang Jahr neu von Spar beliefern lassen. Zehn Läden wurden geschlossen, einer wurde ein Raub der Flammen.

Neu ist Spar seit Dezember auch im Wallis präsent. In Zermatt wurde am Ort des alten PAM-Ladens ein neuer Spar Express eingerichtet. Die ganze Spar-Schweiz-Gruppe zählt über 2000 Mitarbeitende.

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