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Leuthards brisante Pläne: Kostet das GA bald 10000 Franken?

Die Zugspreis der SBB sind zu tief. Nun erarbeitet der Bundesrat einen Bericht zum sogenannten Mobility Pricing. Experten halten enorme Preisaufschläge beim Generalabonnement (GA) für möglich. Oder es wird gleich ganz abgeschafft.

Ein Generalabonnement (GA) 1. Klasse kostet heute 5350 Franken. Das ist zu wenig. Gemäss dem «Tages-Anzeiger» kostet der Personenkilometer die SBB nämlich 16 Rappen. Die Einnahmen belaufen sich aber lediglich auf 10 Rappen. Spricht: Pro Personenkilometer fährt die SBB ein Defizit von 10 Rappen ein.

Dennoch hat die SBB im vergangenen Jahr einen Konzerngewinn von rund 340 Millionen Franken ausgewiesen. Der Grund: Die Kosten, die nicht durch die Billetteinnahmen gedeckt sind, werden von Beiträgen gedeckt, die Bund und Kantone zahlen. Im vergangenen Jahr belief sich die sogenannte Abgeltung für den regionalen Personenverkehr 575 Millionen Franken. Dazu kommen weitere Leistungen der öffentlichen Hand für Infrastruktur und andere Leistungen. Insgesamt beliefen sich die Leistungen der öffenltichen Hand 2012 auf 2,3 Milliarden Franken. Finanziert wird dies letztlich durch die Steuerzahler.

Die Preise steigen schon 2013

Das soll sich nun aber ändern. Das Bundesamt für Strasen Astra erarbeitet einen Bericht zum sogenannten Mobility Pricing. Der Ansatz: Zugfahrer sollen verursachergerechte Preise zahlen. Eine Möglichkeit: Die Mengenrabatte für Vielfahrer sollen wegfallen. Sprich: Das GA würde abgeschafft, wie die «NZZ am Sonntag» schrieb.

Als Alternative zur Abschaffung des GA sehen Experten hohe Preisaufschläge. So rechnet Christian Laesser vom Forschungszentrum für Tourismus und Verkehr der Universität St. Gallen, dass ein GA 1. Klasse bis zu 10000 Franken kosten könnte, wie er gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagt.

SBB schweigt

Mit steigenden Preisen sind die GA-Kunden auch schon heute konfrontiert. Ab nächstem Jahr steigt der Preis für das GA der 1. Klasse um 450 Franken auf 5800 Franken. Ein GA der 2. Klasse verteuert sich um 200 Franken auf 3550 Franken.

Das Astra wollte solche Spekulationen nicht bestätigen: «Es ist noch völlig offen, ob, wie und wann ein Mobility Pricing eingeführt werden soll und wie es inhaltlich auszugestalten wäre. Somit sind Spekulationen zu möglichen Auswirkungen verfrüht», so das Bundesamt. Der erwähnt Bericht soll bis 2015 vorgelegt werden.

Die SBB selbst will sich nicht in die politische Diskussion einmischen, wie ein Sprecher auf Anfrage sagt.

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