Wirtschaft

Lohn- und Arbeitsbedingungen: Über 40'000 Schweizer Unternehmen überprüft

Die Kantone führten unter anderem auf Baustellen Kontrollen wegen Schwarzarbeit durch. (Symbolbild)

Die Kantone führten unter anderem auf Baustellen Kontrollen wegen Schwarzarbeit durch. (Symbolbild)

In der Schweiz wurden letztes Jahr rund 41'000 Unternehmen und 160'000 Personen auf die Einhaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen überprüft. Zudem gab es rund 12'000 Verdachtsmomente wegen Schwarzarbeit.

(agl) Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco veröffentlichte am Donnerstag neue Berichte zu den Kontrollen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Die Kontrolldichte sei auch letztes Jahr hoch gewesen, so das Staatssekretariat. Im gesamten Land wurden 8 Prozent der Schweizer Arbeitgeber, 29 Prozent der in die Schweiz entsandten Arbeitnehmer und 32 Prozent der selbständigen Dienstleistungserbringer kontrolliert, ob sie die Schweizer Lohn- und Arbeitsbedingungen einhalten.

In absoluten Zahlen kontrollierten die Kantone rund 41'000 Unternehmen und 160'000 Personen. Diese flankierenden Massnahmen wurden 2004 nach der Einführung der Personenfreizügigkeit eingeführt. Sie erlauben es, gleiche Wettbewerbsbedingungen für die einheimischen und ausländischen Unternehmen zu wahren.

Bei den Verstössen gegen allgemeinverbindliche Gesamtarbeitsverträge von Entsandten hat die Quote gemäss Seco von 20 auf 21 Prozent leicht zugenommen. Bei den Schweizer Arbeitgebern ging der Anteil derer, die die Schweizer Lohnbestimmungen unterbieten, von 12 auf 11 Prozent leicht zurück.

Erfreulich sei, dass sich 2019 mehr Betriebe dazu bereit erklärten, die Löhne anzupassen, schreibt das Seco. Insgesamt wurden 57 Prozent der Verständigungsverfahren der kantonalen Behörden erfolgreich abgeschlossen, bei Entsendebetrieben waren es sogar 84 Prozent.

81,9 Vollzeitstellen für die Bekämpfung von Schwarzarbeit

Zur Bekämpfung von Schwarzarbeit wurden letztes Jahr 12'181 Betriebe und 34'965 Personen kontrolliert. Die Kantone setzten dafür insgesamt 81,9 Vollzeitstellen ein, was im schweizerischen Durchschnitt 1,2 Inspektoren pro 10'000 Betriebe bedeutet. Die Kantone kontrollierten wie bereits im Vorjahr 2018 schwerpunktmässig im Baugewerbe, in der Gastronomie und im Handel. Vereinzelte Schwerpunkte wurden beispielsweise auch bei Kosmetiksalons oder im Reinigungsgewerbe gesetzt.

Nach den Kontrollen meldeten die Kontrollorgane insgesamt 12'554 Verdachtsmomente, das sind 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Abnahme bedeute aber keinen Rückgang in der Schwarzarbeit, wie das Seco schreibt. Die Veränderung liege im Rahmen der jährlichen Schwankungen.

Im Jahr 2019 nahmen auch die Gebühren und Bussen ab. Bei den Kantonen gingen 1'181'325 Franken ein, das sind rund 30'000 weniger als im Vorjahr. Zudem gab es 21 Sanktionen gegen Arbeitgeber, die nun bis zu fünf Jahre von Aufträgen des öffentlichen Beschaffungswesens ausgeschlossen sind oder deren Finanzhilfen gekürzt wurden.

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