Outdoor-Spezialist

Mammut kämpft sich bergauf – 43 neue Jobs entstehen in Seon 

Die überarbeitete Kollektion «Eiger Extreme» kommt gut an. Der Mammut-Umsatz stieg auf 253,4 Millionen Franken.

Die überarbeitete Kollektion «Eiger Extreme» kommt gut an. Der Mammut-Umsatz stieg auf 253,4 Millionen Franken.

Die Outdoor-Marke ist neu aufgestellt und verdiente 2018 wieder etwas Geld.

«Wir sind auf dem richtigen Weg. Es ist uns gelungen, einen deutlichen Fortschritt zu erzielen», erklärte Michael Willome, CEO des Mischkonzerns Conzzeta, der von der Aktionärsgruppe Auer, Schmidheiny und Spoerry kontrolliert wird. Willome sprach von der Gesundung des Sportartikel-Herstellers Mammut. Nach mageren Jahren hat dieser 2018 auf Stufe Betriebsgewinn erstmals wieder Geld verdient: 5,2 Millionen Franken. Die Ebit-Marge ist mit 2,1 allerdings noch deutlich unter den anvisierten 8 Prozent. Für 2019 wird eine überproportionale Margenverbesserung erwartet.

Conzzeta hat im Rahmen eines auf 5 Jahre angelegten Strategieprogramms massiv in die Outdoor-Marke investiert. Weltweit wurden 2018 fast 90 neue Stellen geschaffen (auf über 800), 43 davon im Hauptsitz im aargauischen Seon (auf insgesamt 400). Der Umsatz von Mammut ist letztes Jahr um knapp 11 Prozent auf den Rekordwert von 253,4 Millionen Franken gestiegen. Günstig ausgewirkt hat sich dabei auch die Einführung neuer Produkte. In der Wintersaison 2017/18 wurden die neue Bekleidungskollektion «Eiger Extreme» lanciert sowie eine neue Version des Lawinensuchgeräts «Barryvox».

Mit Laser geschweisste Jacke

Mammut betreibt weltweit 73 eigene Läden. Als Riesenerfolg bezeichnete Willome denjenigen im Outlet Landquart GR. Sehr gut angelaufen sei auch das Geschäft in Hongkong, noch nichts sagen könne man über dasjenige in Shanghai, das vor drei Wochen eröffnet worden ist. Mammut erwartet im asiatischen Raum ein markantes Wachstum. Ebenso im ganzen Online-Geschäft, das, nachdem man mit Verspätung eingestiegen war, langsam auf Touren kommt.

Willome ist mit der Entstaubung der Marke Mammut zufrieden: «Der ganze Auftritt ist premium, höherwertig, geworden.» Als Beispiel für die Innovationskraft nannte er eine Daunenjacke, die in Seon mit einem Laser geschweisst statt genäht wird. Das ist eine Weltpremiere. Viel erhofft man sich auch von «Mammut Connect». Einzelne Produkte werden mit einem NFC-Chip (Near Field Communication) ausgerüstet. Die Kunden können damit über eine App Produkteinformationen abrufen, Dienstleistungen nutzen oder sich digital vernetzen.

Autoindustrie erholt sich

Die Mammut-Besitzerin Conzzeta hat ein insgesamt hervorragendes Jahr hinter sich: Der Nettoumsatz stieg um 20,2 Prozent auf 1,8 Milliarden Franken, das Konzernergebnis um 17,9 Prozent auf 114,8 Millionen Franken. Die Dividende wird leicht erhöht.

Sehr solide entwickelte sich das wichtigste der 2018 noch vier Segmente, das Geschäft mit den Laserschneidmaschinen (Bystronic, Niederönz BE). Probleme bereitete dagegen die Sparte «Chemical Specialties», die stark auf die Automobilindustrie ausgerichtet ist. Im Dezember seien die Bänder in den Autofabriken praktisch stillgestanden, was sich sofort auf die Zulieferer ausgewirkt habe, hiess es an der Medienkonferenz. Zwischenzeitlich habe sich der Markt aber wieder etwas erholt.

Conzzeta erwartet für 2019 «ein insgesamt deutlich anspruchsvolleres Geschäftsumfeld». Mammut soll sich trotzdem gut entwickeln – dank des Kicks, den die Marke von der reichen Mutter erhalten hat.

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Autor

Urs Helbling

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