Aargauer Spezialchemiehersteller

Markus Blocher hat in Dottikon Grosses vor – rund hundert neue Stellen sollen entstehen

Markus Blocher präsentiert im Frühjahr 2019 das erweiterte Laborgebäude in Dottikon.

Markus Blocher präsentiert im Frühjahr 2019 das erweiterte Laborgebäude in Dottikon.

Der Chemieunternehmer erwartet ein Jahrzehnt der Reindustrialisierung. In seiner Fabrik im Kanton Aargau sollen viele neue Arbeitsplätze entstehen.

Dottikon ES, der Aargauer Spezialchemiehersteller im Mehrheitsbesitz von Markus Blocher, wird aufgerüstet. Am 27. November sollen die Aktionäre auf einer ausserordentlichen Generalversammlung eine Kapitalerhöhung beschliessen. Zudem sollen die an der Schweizer Börse kotierten Aktien im Verhältnis von eins zu zehn gesplittet werden. Die Titel werden derzeit zu 1060 Franken gehandelt, nachdem sie im Verlauf der vergangenen zwölf Monate um 120 Prozent an Wert zugelegt hatten.

Dottikon ES will im Verlauf der nächsten zehn Jahre rund 600 Millionen Franken investieren. Ein grosser Teil dieser Investitionen erfolge im Verlauf der nächsten fünf Jahre, präzisiert der Sohn von Alt Bundesrat Christoph Blocher auf Anfrage von CH Media. Präziser will er am 27. November werden, wenn die Firma auch ihre Halbjahreszahlen veröffentlicht. Klar ist, dass die Investitionen auch viele neue Arbeitsplätze bringen werden. Rund 100 neue Stellen sollen in den kommenden zwei bis drei Jahren unter anderem in einer neuen chemischen Mehrzweckproduktionsanlage für Pharmawirkstoffe entstehen. Im Zug der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Laborerweiterung ist der Personalbestand auf 635 Vollzeitstellen angestiegen.

Blocher rechnet mit einer Reindustrialisierung

Blocher rechnet mit einer langen und kräftigen Wachstumsphase. «Wir stehen am Anfang eines Jahrzehnts der Reindustrialisierung», glaubt er. Viele Firmen, die in strategischen Sektoren tätig sind, würden ihre Produktion künftig wieder stärker regionalisieren. Blocher nennt Branchen wie die Elektronik und Industrien, die in der Herstellung von bestimmten Werkstoffen oder von anspruchsvolleren pharmazeutischen Produkten aktiv seien. Zu den Nutzniessern dieser erwarteten Entwicklung zählt er auch sein eigenes Unternehmen. Dottikon ES lebt zu zwei Dritteln von der Herstellung chemischer Wirkstoffe für die patentgeschützte Medikamente. Ein Viertel des Umsatzes stammt aus dem Verkauf von Wirkstoffvorprodukten in höheren Zwischenstufen. Rund zehn Prozent des Umsatzes generieren Chemikalien für industrielle Anwendungen.

Dottikon ist der einzige Produktionsstandort der Firma

In den vergangenen zwei Jahren haben sieben Medikamente mit Wirkstoffen aus der Fabrikation von Dottikon die Verkaufszulassung auf den internationalen Märkten erlangt. Solche Erfolge geben den Ausschlag für den Investitionsschub im Aargau. Dottikon ist Blochers einziger Produktionsstandort und dieser profitiere davon, dass die Versorgungssicherheit im Gesundheitswesen wieder grösser geschrieben wird, ist er überzeugt.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China habe den Beginn einer Reindustrialisierung des Westens markiert. Die Corona-Krise zeige nun deutlich, wo die konkreten Risiken in den Lieferketten lägen. In der Schweiz würden in den nächsten Jahren viele neue qualifizierte Berufsleute benötigt, sagt Blocher. Um deren Ausbildung hätten sich Privatwirtschaft und öffentliche Hand gemeinsam zu bemühen.

Verwandtes Thema:

Autor

Daniel Zulauf

Meistgesehen

Artboard 1