Die Migros hat in den letzten Jahren mit ihren Mode-Ladenketten Globus, Herren Globus und Schild kontinuierlich Umsatz verloren. Seit 2014 sind wegen des starken Frankens, dem Einkaufstourismus und neuen Konkurrenten die Verkäufe jährlich um 4 Prozent zurückgegangen. Mit einem Minus von fast 7 Prozent hat vor allem Schild deutlich Federn lassen müssen.

Das hat jetzt Folgen. Die Migros hat entschieden, sich auf das so genannte Premium-Segment und die Marke Globus zu konzentrieren. Die Namen Schild und Herren Globus dagegen werden bis spätestens Ende 2019 verschwinden.

Unia fordert von der Migros Arbeitsplatzgarantien

In einer Mitteilung zeigt sich die Gewerkschaft Unia alarmiert über den Stellenabbau in Spreitenbach. Bereits Ende 2015 habe die Migros 60 Stellen gestrichen. Die Unia verlangt Zusicherungen, dass alle Betroffenen innerhalb der Migros-Gruppe eine vergleichbare Stelle garantiert erhalten.

Hat ausgedient: Die Marke Schild verschwindet und geht in Globus auf.

Hat ausgedient: Die Marke Schild verschwindet und geht in Globus auf.

Mit der Konzentration auf das gehobene Mode-Segment bleibe die Migros in jenem Segment aktiv, in dem sie in den letzten Jahren trotz Umsatzerosion Marktanteile habe gewinnen können, sagte Beat Zahnd, der Leiter des Departments Handel, an einer Medienkonferenz am Freitag in Zürich. Die Modekette Schild dagegen, die das mittlere Mode-Segment abdecke, habe Marktanteile an selbst produzierende Modeketten wie H&M oder Zara verloren.

Nur noch ein Marketing

Mit der Konzentration auf einen Namen kann die Migros aber auch sparen. Anstatt drei Einkaufs-, Marketing-, Logistik- und Online-Abteilungen wird es in Zukunft nur noch je eine solche Abteilung geben. "Die Kräfte bündeln", nannte das Thomas Herbert, Chef des Migros-Modegeschäfts.

Als Folge davon werden in der Zentrale in Spreitenbach bis Ende des nächsten Jahres rund 80 der insgesamt 400 Stellen abgebaut. Die Migros geht davon aus, dass es dank Fluktuation, Frühpensionierungen und internen Angeboten zu keinen Entlassungen kommen wird.

Ein weiterer Vorteil dieser Bündelung ist gemäss Herbert, dass damit auch das Angebot in den Filialen ausgebaut werden kann. Künftig sollen in den ehemaligen Schild- und Herren Globus-Filialen neben Kleidern auch rund 30 Prozent des Umsatzes mit Artikeln aus dem Sortiment der Globus-Warenhäuser gemacht werden. Als Beispiel solcher Artikel nannte Herbert Parfums und Kosmetika.

Und schliesslich erreicht die Migros mit der Zusammenlegung eine fast lückenlose Präsenz mit der Marke Globus in der Schweiz. Das ist auch wichtig für den Online-Kanal, der deutlich ausgebaut werden soll. Innerhalb von fünf Jahren sollen über 10 Prozent des Umsatzes von Internet-Bestellungen stammen, wobei online und stationärer Handel verschmelzen sollen. Künftig soll es in jeder Globus-Filiale auch eine Werbe-Auslage für den Online-Kanal geben.

Der Globus am Löwenplatz in Zürich im Jahr 2000 (links) und 2017 (rechts).

Überprüfung des Filialnetzes

Welche Folgen die Neuausrichtung auf das Filialnetz haben wird, ist noch unklar. Sämtliche 78 bestehenden Standorte von Globus, Herren Globus und Schild werden in den nächsten Monaten auf ihre Eignung für das neue Konzept geprüft.

Es werde dabei sowohl zu Schliessungen wie zu Neueröffnungen kommen, sagte Herbert. Zum Stellenbestand in den Filialen erklärte er: "Wir gehen davon aus, dass insgesamt wenige Stellen verloren gehen." Der Umbau des Filialnetz soll im nächsten Frühling beginnen und innerhalb von fünf Jahren abgeschlossen sein.

Mit der Neuausrichtung hofft die Migros die Umsatzerosion im Modegeschäft stoppen zu können. Dank neuen Angeboten und dem Ausbau des Online-Kanals soll Globus sogar wieder wachsen, sagte Herbert. Konkrete Ziele nannte er dabei jedoch nicht. Auch wie viel die Migros in die Neuausrichtung investiert, wird nicht bekannt gegeben.