Lockdown

Nach 8. Juni: Tourismusallianz fordert an Krisengipfel Gruppen bis 100 Personen

Der Tourismus in der Schweiz leidet unter den Einschränkungen wegen dem Coronavirus. Im Bild: Besucher am Schwarzsee im Kanton Freiburg.

Der Tourismus in der Schweiz leidet unter den Einschränkungen wegen dem Coronavirus. Im Bild: Besucher am Schwarzsee im Kanton Freiburg.

Vor der nächsten Lockerung der Coronamassnahmen hat der Bundesrat am Sonntag Tourismusvertreter zum Krisengipfel empfangen. Diese loben zwar das Gesprächsklima, warten aber mit Spannung auf Details in der kommenden Woche.

(sat) Entscheide sind am Sonntag in Bern beim zweiten Krisengipfel der Tourismusbranche nämlich noch keine gefallen. Solche stellte die Landesregierung laut mehreren Gesprächspartnern jedoch für Mittwoch in Aussicht, nach der ordentlichen Bundesratssitzung. Von allen Kontaktierten gelobt wird jedoch die Gesprächskultur. Die Sorgen und Nöte der Branche hätten bei den Behördenvertretern Gehör gefunden.

Die Branche werde «nicht enttäuscht» sein, sollen Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, Wirtschaftsminister Guy Parmelin sowie Gesundheitsminister Alain Berset als Gastgeber denn Teilnehmern des Krisengipfel denn auch gesagt haben, bestätigten mehrere Teilnehmer.

Als erstes: Gruppen bis 100 Personen

Bekannt sind seit Sonntag dafür die Forderungen der Wirte und Hoteliers, der Parahotellerie und der Touristiker für die nächste Lockerungsrunde: In einer ersten Phase sollen Gruppen bis 100 Personen wieder zugelassen werden, danach brauche es «rasch» eine etappenweise Steigerung, teilte der Schweizer Tourismus-Verband im Namen einer Allianz von elf Branchenverbänden im Anschluss an den Krisengipfel mit. Treffen mit mehr als 1000 Personen dagegen, das hatte der Bundesrat bereits Anfang Mai erklärt, würden sicher nicht vor Ende August wieder zugelassen.

«Es ist uns viel Hoffnung gemacht worden, dass es auf den 8. Juni gut kommen könnte», sagte Nicolo Paganini nach dem Treffen. Für den Präsidenten des Schweizer Tourismus-Verbandes geht es nebst der Öffnung nun aber auch um Kommunikation: «Nachdem die Leute wochenlang gebeten wurden, zu Hause zu bleiben, muss man ihnen jetzt auch wieder sagen, dass unter Einhaltung der Hygieneregeln Reisen jetzt wieder gut möglich sind», sagt der St. Galler CVP-Nationalrat

«Travel safely» statt «Stay home»?

Dass Behörden noch immer mit «Stay Home» oder «Bleiben Sie zu Hause» werben, verunsichere die Bevölkerung. Die Allianz der elf Tourismusverbände der Gastro-, Hotellerie- und Parahotellerie-Branchen sowie des öffentlichen Verkehrs fordert darum den Bundesrat dazu auf, seine Kommunikation spätestens per 8. Juni anzupassen. Dann nämlich sollen laut bisheriger Planung die nächsten Lockerungen der Coronamassnahmen umgesetzt werden. Ziel müsse eine neue Empfehlung sein im Sinne von «travel safely», schreibt die Tourismusallianz.

Bis «allerspätestens am 8. Juni» strebt die Allianz denn auch die «Öffnung der gesamten touristischen Wertschöpfungskette» an, wie sie weiter schreibt. Doch könne diese nicht vollständig funktionieren, wenn das geltende Versammlungsverbot bestehen bleibe. Derzeit gilt in der Schweiz im öffentlichen Raum eine maximale Gruppengrösse von fünf Personen.

Bereits vor vier Wochen hatte Bundespräsidentin Sommaruga zusammen mit Wirtschaftsminister Parmelin und Gesundheitsminister Berset Vertreter der Schweizer Tourismusbranche zum Krisengipfel empfangen. Damals machten die Mitglieder der Landesregierung den Hoteliers, Wirten, Touristikern und öV-Betreibern Mut, dass Teile davon allenfalls doch noch früher als bis dahin geplant Teil der Wiedereröffnung zu sein könnten.

Bundesrat äussert sich nicht vor Entscheid

Und so kam es beispielsweise dazu, dass schliesslich zumindest Restaurants und Bars seit dem 11. Mai wieder geöffnet sein dürfen. Noch geschlossen bleiben müssen hingegen einige Museen, Campings und Zeltplätze sowie alle Berg- und Seilbahnen die nicht Teil des öffentlichen Verkehrs sind. Einig war sich die Tourismusallianz Ende April laut damaliger Medienmitteilung, dass der Mai entscheidend sein werde in Bezug auf die weitere Öffnung des Tourismus in der Schweiz. Und dass die Branchen gemeinsam darauf hinarbeiten wollten, dass Sommerferien in der Schweiz unter Einhaltung der Hygienevorgaben möglich sein müssten. Die Tourismusbranche versprach damals, entsprechende Schutzkonzepte zu entwickeln und sich so auf weitere Öffnungsschritte vorzubereiten.

Bereits am Freitag hatte Simonetta Sommaruga den zweiten Tourismusgipfel angekündigt: «Wir werden alles daran setzen, dass es ein guter Sommer wird», erklärte die Bundespräsidentin bei einem Auftritt im Thurgau. So werde sich der Bundesrat an seiner Sitzung vom kommenden Mittwoch mit weiteren Schritte bei der Öffnung der Grenzen befassen. Am Sonntag wollte Sommarugas Departement laut Anfrage von CH Media zu dem Treffen jedoch nicht Stellung nehmen.

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