Medienkonferenz

Nach Honorar-Affäre: Patrick Stach entschuldigt sich und tritt aus dem St. Galler Universitätsrat zurück

Patrick Stach verlangte ein überrissenes Honorar von einer Sozialhilfebezügerin und wurde daraufhin vom Bundesgericht verurteilt. Nun tritt der aus dem HSG-Rat zurück.

Patrick Stach verlangte ein überrissenes Honorar von einer Sozialhilfebezügerin und wurde daraufhin vom Bundesgericht verurteilt. Nun tritt der aus dem HSG-Rat zurück.

Patrick Stach hat am Montag per sofort seinen Rücktritt als Mitglied des St.Galler Universitätsrats bekannt gegeben. Vor einer Woche war bekannt worden, dass der St.Galler Rechtsanwalt wegen überrissener Honorarforderungen in einem Erbstreit vom Bundesgericht verurteilt worden war.

Sieben Minuten. Solange dauerte die Pressekonferenz von Patrick Stach, Anwalt und HSG-Universitätsrat, im St.Galler Hotel Walhalla am Montagmorgen. Stach verlas eine persönliche Erklärung, in der er seinen sofortigen Rücktritt als Universitätsrat ankündigte. Diese Information hatte eigentlich eine Sperrfrist. Stach hatte als Vertreter einer Erbin in einem Erbstreit ein Erfolgshonorar von 20 Prozent des Erbschaftsbetrags (1,9 Millionen Franken), mindestens aber 100'000 Franken, vereinbart. Eine solche Abmachung sei gemäss Gesetz unzulässig, stellte das Bundesgericht fest. Ende November wies das höchste Schweizer Gericht eine Beschwerde des Anwalts ab.

Nachdem diese Zeitung den Fall vor Wochenfrist publik gemacht hatte, wurden im St.Galler Kantonsrat Rücktrittsforderungen laut: Stach sei als Universitätsrat nicht mehr tragbar, hiess es inbesondere aus den Fraktionen der SP und Grünen. Aber auch die bürgerlichen Fraktionen kritisierten Stach, der vor seiner Wahl in den Rat von der SVP portiert worden war.

Der Rechtsanwalt entschuldigt sich

Er habe eine Fahrlässigkeit begangen, die er sehr bedaure, teilt Stach am Montag in einer persönlichen Erklärung und an einer Medienkonferenz mit. Er entschuldige sich für die deshalb entstandene Situation, die verschiedene Personen und Institutionen betroffen und belastet habe.

Stach akzeptiert Entscheid von Bundesgericht

Wegen des Anwaltsgeheimnisses, das für ihn «das höchste Gut» als Anwalt sei, könne er leider einige Einzelheiten aus dem Mandatsverhältnis, welche die Höhe des in der Öffentlichkeit kritisierten Honorars zusätzlich relativieren würden, nicht preisgeben.

Dies sei für ihn sehr unangenehm, aber am Anwaltsgeheimnis gebe es für ihn nichts zu rütteln. Er akzeptiere den Entscheid des Bundesgerichts und werde dessen Erwägungen zu Erfolgshonoraren in Zukunft beachten.

Aufgabe als Universitätsrat «nicht tangiert»

Patrick Stach verlangte ein überrissenes Honorar von einer Sozialhilfebezügerin und wurde daraufhin vom Bundesgericht verurteilt. Nun tritt der aus dem HSG-Rat zurück.

Patrick Stach verlangte ein überrissenes Honorar von einer Sozialhilfebezügerin und wurde daraufhin vom Bundesgericht verurteilt. Nun tritt der aus dem HSG-Rat zurück.

Seine Aufgabe als Universitätsrat habe diese Angelegenheit nicht tangiert, teilt Stach weiter mit. Zugleich sei er sich im Klaren, dass der Fall und die Rats-Mitgliedschaft in den Medien, der Politik und damit der Öffentlichkeit nicht getrennt betrachtet werden könne. Dies belaste seine sonstige Arbeit, seine Kanzlei und sein übriges öffentliches Engagement. 

Er habe sich nach Gesprächen mit seiner Familie, seinen Kanzlei-Kollegen sowie weiteren Vertrauenspersonen am vergangenen Donnerstag entschieden, per sofort aus dem Universitätsrat auszutreten. 

Stach will «Ruf der HSG nicht weiter gefährden»

Dieser Schritt tue weh, die HSG, seine «Alma Mater», sei ihm sehr ans Herz gewachsen. «Ich habe dieses Amt immer sehr gerne versehen und mit grossem Engagement und Freude im Interesse der Universität und unserer Region ausgeübt. Es ist mir daher ein grosses Anliegen, deren Ruf nicht weiter zu gefährden», schreibt Stach. (sda//bro/ghi)

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