Nach vier Wochen wieder volles Sortiment

Am Freitag, 13. November, hat ein Grossbrand im Produktionsgebäude der Traitafina in Egliswil einen Millionenschaden verursacht. Einen Monat später läuft die Produktion bereits wieder auf Hochtouren.

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Toni Widmer

Was war, ist für Hermann Bader gewesen: «Ich habe mir angewöhnt, durch die Frontscheibe des Lebens zu schauen und nicht durch das Heckfenster», sagt der Chef der Lenzburger Traitafina. Und so hat er es denn auch gehalten, nachdem am Freitagabend, 13. November, durch den Grossbrand am Produktionsstandort in Egliswil ein Schaden in Millionenhöhe entstanden war: «Das Führungsteam der Traitafina hat sich am Samstagmorgen vorerst einen Überblick über das Ausmass der Zerstörung verschafft und sich anschliessend an einer Krisensitzung mit der Zukunft befasst.» Die Reaktion und Handlungsweise des Teams an diesem Tag sei für ihn eine sehr positive Erfahrung gewesen. Alle hätten reflexartig die richtigen Entscheidungen getroffen und gute Ideen entwickelt. «Wir waren uns darüber einig, dass die Kunden von den tatsächlichen Auswirkungen des Brandes nicht tangiert werden durften. Es musste uns einfach gelingen, sie sofort wieder mit unseren Produkten zu bedienen», blickt der Firmenpatron auf den Tag eins nach dem Brand zurück.

Die Feuersbrunst, erklärt Hermann Bader weiter, sei zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt gekommen.

Salatsaucen nach vier Tagen

In der Woche danach begann in Basel die Internationale Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie und Ausser-Haus-Konsum (Igeho): «An dieser für uns sehr wichtigen Messe präsentierten wir drei neue Produktelinien, die alle in Egliswil hergestellt wurden. Wir mussten schon deshalb so rasch wie irgend möglich wieder fabrizieren können.»

Bereits vier Tage nach dem Brand konnte die Produktion von Salatsaucen in Egliswil wieder aufgenommen werden. Dieser Betriebsbereich war vom Brand zwar am wenigsten tangiert worden. Dennoch war eine echte Parforceleistung der Belegschaft nötig, ihn provisorisch wieder für die Produktion herzurichten. «Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in den vergangenen Wochen einen enormen Einsatz geleistet. Ausdrücke wie ‹Feierabend› oder ‹Wochenende› hat kaum mehr jemand gekannt», lobt der Chef.

Frischsalat nach einer Woche

Bereits eine Woche nach dem Brand wurde in Lenzburg die Produktion von Frischsalaten wieder aufgenommen und nach weiteren vier Tagen konnte hier auch die Herstellung von Fertigmenüs wieder hochgefahren werden. «Weil der Lagerbestand gross genug ist, konnten wir in Lenzburg die Produktion der Fleischkonserven zurückfahren und dort die warme Küche einrichten. Zusätzlichen Platz haben wir mit der Räumung eines rund 200 Quadratmeter grossen Kühlraums geschaffen. Da haben wir die Salatlinie aufgebaut», sagt der Traitafina-Chef.

Neue Anlagen notwendig

Mit Platzschaffen allein war es allerdings nicht getan. Das eigentliche Problem bildete die Beschaffung der notwendigen Produktionsmaschinen: «In Egliswil sind, mit Ausnahme von drei Vierteln der Salatsaucenp-Produktion, alle Anlagen zerstört worden. Wir mussten innerhalb kürzester Zeit neue Geräte beschaffen wie Steamer, Bräter, Fritteusen, Auskühlgeräte und Verpackungsmaschinen. Die meisten dieser Maschinen kann man nicht ab der Stange kaufen und laufen lassen. Sie müssen an unsere Produktion angepasst werden. Dazu braucht es wiederum Werkzeuge, die speziell hergestellt werden müssen», erklärt Hermann Bader. Bei der Beschaffung der Geräte sei die Traitafina auf grosse Solidarität bei den Herstellern gestossen: «Werkzeuge, deren Fertigung normalerweise sechs Wochen dauert, haben wir innerhalb von zwei Wochen bekommen.»

Nach einem Monat Vollbetrieb

Auch die Lieferanten hätten Überstunden gemacht und am Wochenende gearbeitet, damit die Traitafina ihre Produktion möglichst rasch wieder habe laufen lassen können.

Einen knappen Monat nach dem Brand läuft die Produktion der Traitafina wieder fast so wie vorher. An Drittfirmen ausgelagert werden musste lediglich die Herstellung von panierten Produkten wie etwa Cordon bleu oder Chicken Nuggets: «Die dafür nötigen Maschinen und Gerätschaften haben Lieferfristen von mehreren Monaten. Wir mussten deshalb eine externe Lösung finden. Zurzeit bereiten wir bei uns das Fleisch vor und lassen die Endprodukte in zwei Betrieben nach unseren Rezepten und unter Aufsicht eines Supervisors fabrizieren», erläutert Hermann Bader. Man hoffe aber, ab Februar/März auch diese Produktelinie wieder vollumfänglich selber herstellen zu können.