Satirezeitschrift
«Nebelspalter» bald in den Händen von Markus Somm? Der Entscheid über den Verkauf steht aus

Der Publizist Markus Somm will die Satirezeitschrift «Nebelspalter» kaufen. Der Besitzer der Zeitschrift ist sich aber nicht sicher, ob er den traditionsreichen Titel abtreten will.

Francesco Benini
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Markus Somm, ehemaliger Verleger der «Basler Zeitung».

Markus Somm, ehemaliger Verleger der «Basler Zeitung».

Gaetan Bally / KEYSTONE

Markus Somm, Publizist und vormaliger Chefredaktor der «Basler Zeitung», will das Satiremagazin «Nebelspalter» kaufen. Der Thurgauer Unternehmer Thomas Engeli, dem die Zeitschrift gehört, hat aber noch nicht entschieden, ob er in den Verkauf einwilligt. Dies ist einer Stellungnahme zu entnehmen, die Engeli dieser Zeitung hat zukommen lassen.

«Wir sind am prüfen, wie der ‹Nebelspalter› die nächsten 100 Jahre angehen soll», schreibt Engeli. Der «Nebelspalter» dürfe – entgegen dem allgemeinen Trend – einen regelmässigen Abonnentenzuwachs verzeichnen. Die Zeitschrift blicke daher positiv in die Zukunft. «Ein Verkauf käme für mich nur dann infrage, wenn dies den ‹Nebelspalter› zusätzlich stärken würde. Herr Somm kam auf mich zu, ist interessiert», erklärt Engeli.

Die Redaktion soll am Bodensee bleiben

Der Thurgauer Unternehmer gilt als Lokalpatriot. Er ist stolz darauf, dass er den «Nebelspalter» Ende der Neunzigerjahre von Basel zurück in die Ostschweiz geholt hat. Die Redaktion arbeitet im thurgauischen Horn am Bodensee; gedruckt wird das Heft im sankt-gallischen Goldach. Der «Nebelspalter» ist ein Ostschweizer Produkt. Engeli will offenbar, dass das so bleibt – auch nach einem Verkauf. Unklar ist, ob Somm diese Kröte schluckt.

Erwägt den Verkauf des «Nebelspalters»: Unternehmer Thomas Engeli.

Erwägt den Verkauf des «Nebelspalters»: Unternehmer Thomas Engeli.

CH Media

Der Publizist ist vorangekommen bei seinem Plan, ein Startkapital von mindestens vier Millionen Franken aufzutreiben für ein neues publizistisches Produkt. Weniger klar ist hingegen, wo dessen Fokus liegen soll. Wie man hört, ist das Projekt bereits mehrmals überarbeitet worden.