Aussenhandel

Nur wenige KMU leiden unter zunehmendem Protektionismus

Der zunehmende Protektionismus trifft nur wenige KMU. Denn diese verzichten oft auf Exporte in Länder mit hohen Handelshindernissen. (Themenbild)

Der zunehmende Protektionismus trifft nur wenige KMU. Denn diese verzichten oft auf Exporte in Länder mit hohen Handelshindernissen. (Themenbild)

Schweizer Export-KMU können mit leichten Verschärfungen der globalen Handelsschranken laut einer Studie im Grossen und Ganzen gut umgehen. Lediglich für knapp ein Drittel der befragten Unternehmen ist der zunehmende Protektionismus eine grosse Herausforderung.

Konkret gaben in einer von der Credit Suisse durchgeführten Studie lediglich 29 Prozent der Unternehmen an, dass Handelsschranken und Zollhürden aktuell eine (sehr) grosse Herausforderung für sie darstellten. Über 40 Prozent der zum Thema Protektionismus und Exporthürden befragten knapp 560 Schweizer Export-KMU hingegen sehen darin keine oder nur eine geringe Herausforderung.

Auch scheint sich die Situation in den letzten Jahren nicht gross verändert zu haben, wie aus der am Dienstag vorgestellten Umfrage hervorgeht. Lediglich 23 Prozent der Befragten sprechen von einer Verschlechterung im Vergleich zu vor fünf Jahren, die Hälfte hat hingegen keine Veränderung wahrgenommen.

Dies könnte laut den Studienautoren darauf zurückzuführen sein, dass nur 20 bis 30 Prozent der befragten KMU in den bedeutendsten europäischen Märkten auf Handelshemmnisse stossen. In anderen Märkten seien die Hürden jedoch höher. Bei Exporten in die USA etwa sehen knapp 50 Prozent der KMU Hürden, in der drittwichtigsten Region China/Hongkong sind es gar 54 Prozent.

Russland und Brasilien schwierig

Entsprechend hoch sei auch der Anteil der KMU, die einen Export nach China/Hongkong in der Vergangenheit in Betracht gezogen, dann aber wieder verworfen hätten, heisst es in der Studie. Noch schwieriger gestalte sich eine Exporttätigkeit nach Russland und Brasilien: Dort stossen gemäss der Studie über 60 Prozent der befragten KMU auf Handelshürden.

Und dabei sind es nicht nur Zölle, sondern vor allem auch nichttarifäre Handelshemmnisse wie Zollverfahren oder der Aufwand für die Konformitätsbewertung und den Ursprungsnachweis, welche KMUs behindern. Die grösste exporthemmende Bedeutung - noch vor den tarifären und nichttarifären Handelshemmnissen - schreiben die befragten Unternehmen allerdings wirtschaftlichen Faktoren zu: dem Preis des eigenen Angebots und den Wechselkursen.

Als erfolgversprechendste Strategie im Umgang mit tarifären und nichttarifären Handelshemmnissen erachten KMU gemäss der Umfrage die Zusammenarbeit mit externen Partnern oder bestehenden Netzwerken vor Ort.

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