Paradeplatz
CS versucht Chef-Spekulationen zu zerstreuen ++ Der neue Wahlslogan des roten Post-Präsidenten ++ «Wer hat hier gepennt?»

Ein Blick auf die etwas anderen Wirtschaftsgeschichten der Woche: Die neuesten «Paradeplatz»-Meldungen.

SaW-Redaktion
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Screenshot des SonntagsBlick-Doppelinterviews.

Screenshot des SonntagsBlick-Doppelinterviews.

Wenn in den Medien darüber spekuliert wird, ob sich der Konzernchef und der Verwaltungsratspräsident zerstritten haben, gelangt die PR-Abteilung oft mit folgender Idee an die Presse: Ein Doppelinterview mit beiden Bossen, die dann Einigkeit demonstrieren. Im Fall der Credit Suisse (CS) drängte sich diese Idee auf, nachdem die Londoner «Financial Times» berichtet hatte, Verwaltungsratspräsident António Horta-Osório stelle den Konzernchef Thomas Gottstein infrage und übernehme zunehmend Aufgaben, die eigentlich dem CEO vorbehalten wäre. So lud die CS den «SonntagsBlick» nach London ein, wo Gottstein und Horta-Osório sich als eingespieltes und harmonisches Team präsentierten. Woher die Gerüchte kämen, er selbst wolle die operative Führung übernehmen, wisse er nicht, sagte Horta-Osório: «Ich kann nur mit Bestimmtheit sagen, dass Thomas Gottstein das volle Vertrauen des Verwaltungsrates hat.» Schon in der «Bilanz» hielt es der CS-Präsident für nötig, seinen CEO in Schutz zu nehmen: «Thomas Gottstein hat das Vertrauen des Verwaltungsrats.»

Noch-Ständerat Christian Levrat bei seiner Ernennung zum Post-Präsidenten.

Noch-Ständerat Christian Levrat bei seiner Ernennung zum Post-Präsidenten.

Marcel Bieri / KEYSTONE

Ab Dezember tauscht der langjährige SP-Boss Christian Levrat den Ständeratsstuhl gegen den Präsidentensessel der Post. Für die Einarbeitung wollte er sich entschädigen lassen. Der Post-Verwaltungsrat mit Präsident Urs Schwaller machte dafür 12000 Franken locker, wie die «Weltwoche» enthüllte. Nachdem aber der Bundesrat einen Verzicht nahelegte, krebsten alle zurück. Die Moral: Mit dem Job- kommt oft auch der Gesinnungswechsel. Bei Levrat heisst es nicht mehr «für alle statt für wenige», sondern «für einen statt für alle».

Immer gross? Nicht wirklich, Evergrande.

Immer gross? Nicht wirklich, Evergrande.

Alex Plavevski / EPA
Immer grün? Definitiv nicht, Ever Given von Typ Evergreen.

Immer grün? Definitiv nicht, Ever Given von Typ Evergreen.

Remko De Waal / EPA

Gefährlich werden für alle könnte der wankende chinesische Immobilienkoloss Evergrande, auch wenn der Name verspricht, dass er «immergross» bleibe. Das mit «immer» kennen wir schon vom Containerschiff Ever Given vom Typ Evergreen, das im März den Suezkanal und Lieferketten blockierte. Auch dort hielt der Name nicht, was er versprach: Denn grün sind Schiffe höchstens beim Anstrich, «immer» schon gar nicht.

André Krause, Chef von Sunrise UPC.

André Krause, Chef von Sunrise UPC.

Severin Bigler / © CH Media

Immer währt nicht lange. Das weiss auch Sunrise-UPC-Chef André Krause und kritisierte im Interview mit unserer Redaktion, dass die Schweiz beim Glasfasernetz abgefallen ist. «Wer hat hier was verpennt?», antwortete Ex-SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer prompt auf Twitter und nannte auch gleich die Schuldigen: ihre Genossen, die ihre Idee eines flächendeckenden Netzes fraktionsintern versenkt hatten.

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