Prämienherbst
Bei der Frage eines Krankenkassenwechsels sollte der Kopf und nicht der Bauch entscheiden

Vier von fünf Versicherten könnten mit einem Wechsel des Krankenversicherers einen Batzen Geld sparen. Doch die Schweizerinnen und Schweizer gelten als wechselfaul. Das ist ungenutztes Sparpotenzial.

Roman Schenkel
Roman Schenkel
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Die steigenden Gesundheitskosten ­nehmen im Sorgenbarometer der Bevölkerung stets einen Spitzenplatz ein. Daran hat sich nichts geändert, seit der alljährliche Prämienaufschlag weniger stark ist als auch schon. Der Aufschrei über den Aufschlag im ­Prämienherbst bleibt laut – zu hoch ist die Belastung für viele Haushalte.

Im krassen Gegensatz zu diesem Getöse steht das tatsächliche Verhalten der Versicherten: Die Schweizerinnen und Schweizer gelten als wechselfaul. Nicht einmal zehn Prozent nutzen die alljährliche Möglichkeit, ihr Versicherungsmodell zu optimieren oder zu einer günstigeren Kasse zu wechseln. Der Aufschlag wird schulterzuckend hingenommen, viele lassen das Sparpotenzial ungenutzt liegen.

Dabei spricht wenig gegen einen Wechsel der Grundversicherung, mit Ausnahme des – moderaten – Aufwands. Jede Kasse übernimmt in der Grund­versicherung dieselben Leistungen und muss auch alle Wechselwilligen annehmen – unabhängig davon, ob man gesund oder krank ist. Auch müssen die Grund- und Zusatzversicherungen nicht beim selben Anbieter sein.

Die Trägheit der Versicherten ist verbunden mit einer hohen Erwartung an den Service. Und der stimmt offenbar für viele. Den Krankenkassen gelingt es, Emotionen in die Kundenbeziehungen zu bringen. Dem sollten die Versicherten widerstehen und mehr mit dem Kopf statt mit dem Bauch entscheiden.

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