Wirtschaft

Preisdrückerei? Markenartikelverband zeigt Migros bei Weko an – der orange Riese widerspricht

Promarca wirft der Migros Preisdrückerei vor. Diese widerspricht: Sie könne beweisen, dass der Vorwurf nicht zutrifft. (Symbolbild)

Promarca wirft der Migros Preisdrückerei vor. Diese widerspricht: Sie könne beweisen, dass der Vorwurf nicht zutrifft. (Symbolbild)

Der Verband der Markenartikelhersteller Promarca wirft der Migros Preisdrückerei vor. Er hat deshalb bei der Wettbewerbskommission Anzeige erstattet. Die Migros wehrt sich gegen die Vorwürfe.

(dpo) Der Verband der Markenartikelhersteller macht der Migros happige Vorwürfe. Laut Promarca soll der Detailhändler von Lieferanten im Schnitt Preisreduktionen von 10 Prozent verlangt haben, ohne die üblichen Gegenleistungen dafür zu gewähren wie vorteilhafte Platzierungen der Produkte in Geschäften oder die Mitfinanzierung von Aktionen. Wer die Preissenkungen nicht akzeptiere, müsse mit Konsequenzen bis hin zu Drohbriefen rechnen, schreibt die «SonntagsZeitung» mit Verweis auf die Promarca-Geschäftsführerin (Artikel kostenpflichtig).

Das will der Verband nicht weiter tolerieren. Er hat darum bei der Weko Anzeige erstattet wegen mutmasslicher Verstösse gegen das Kartellgesetz und wegen Missbrauchs von Nachfragemacht. Frank Stüssi, stellvertretender Direktor des Sekretariats der Weko, schreibt auf Anfrage von CH Media, die Wettbewerbskommission dürfe über Anzeiger und Inhalt von Anzeigen zwar keine Auskünfte geben. Er bestätigt aber, dass die Weko «mehrere Anzeigen zum Abrechnungssystem ‹Markant› erhalten» habe. Diese würden nun geprüft.

Migros wehrt sich gegen den Vorwurf

Ein Sprecher der Migros schreibt CH Media auf Anfrage, die Weko habe dem Detailhändler Gelegenheit gegeben, zum Vorwurf Stellung zu nehmen. «Die Migros wird darlegen können, dass der Vorwurf nicht zutrifft», so der Sprecher. Zudem erachte die Migros das Vorgehen von Promarca als «problematisch», weil dessen Mitglieder – laut Migros hauptsächlich «grosse internationale Unternehmen» – in der Schweiz für identische Produkte immer noch deutlich höhere Preise als in Nachbarländern verlangten.

Wie der Migros-Sprecher weiter schreibt, führt der Detailhändler regelmässig Verhandlungen mit grossen Lieferanten. Gemeinsam mit ihnen wolle Migros für die Konsumenten «Qualitätsprodukte zu fairen Preisen» anbieten können.

Laut Frank Stüssi von der Weko sollen die nun laufenden Marktbeobachtungen «voraussichtlich im Sommer» abgeschlossen sein – oder zumindest soweit, dass über das weitere Vorgehen entschieden werden kann. Kommt das Sekretariat der Weko im Verlaufe der Marktbeobachtung zum Schluss, dass Anhaltspunkte für eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung bestehen, wird die Weko eine Vorabklärung eröffnen. Erst wenn sie dabei zum Schluss gelangt, dass wirklich auch Anhaltspunkte bestehen, wird die Weko eine Untersuchung eröffnen.

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