Die mehrfach ausgezeichnete Journalistin Maria Ressa von der Webseite Rappler wurde am Freitag auf dem Flughafen der Hauptstadt Manila von der Polizei abgeführt, als sie gerade aus den USA zurückkehrte. Die Bundespolizei NBI legt der 55-Jährigen zur Last, gegen ein Finanzgeschäfte-Gesetz verstossen zu haben.

Ressa wies die Beschuldigungen umgehend als politisch motiviert zurück. "Ich habe nichts Falsches getan. Ich bin keine Verbrecherin. Trotzdem werde ich so behandelt", sagte sie einem lokalen Fernsehsender. Die Journalistin ist als harte Kritikerin des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte bekannt.

Das US-Nachrichtenmagazin "Time" hatte sie 2018 zusammen mit anderen Journalisten als "Person des Jahres" ausgezeichnet.

Für Ressa ist dies nach eigenen Angaben bereits ihre siebte Verhaftung. Ihre Redaktion sieht darin einen Versuch, sie mundtot zu machen. Die Behörden legen der Chefredakteurin zur Last, versucht zu haben, Investitionen eines indonesischen Unternehmens an Rappler zu vertuschen. Vergangenes Jahr war bereits versucht worden, das Online-Nachrichtenportal deshalb zu schliessen. Es ist unter den Nachrichten-Webseiten der Philippinen die Nummer drei.