Wirtschaft

Roche-Präsident Franz kontert Vorwürfe der USA an Schweizer Pharmaindustrie

Roche-Verwaltungsratspräsident Christoph Franz.

Roche-Verwaltungsratspräsident Christoph Franz.

Die Exporte der Schweizer Pharmaunternehmen seien zu hoch, findet die Trump-Administration. Roche-Verwaltungsratspräsident Christoph Franz bezeichnet diese Kritik als «verkürzt».

Bei den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und den USA ist der grösste Knackpunkt die Landwirtschaft. Offene Fragen gibt es jedoch auch für die Pharmaindustrie. Die Schweizer Pharmaunternehmen waren in der Vergangenheit von der Trump-Administration immer wieder unter Beschuss. Die Schweiz exportiere viel mehr in die USA als sie importiere. Als Hauptschuldige wurden von den USA die grossen hiesigen Pharmaplayer ausfindig gemacht.

Dieses Thema sei beim Treffen am Dienstag zwischen Trump und dem Bundesrat am WEF in Davos zur Sprache gekommen, sagte US-Botschafter Edward McMullen im Interview mit CH Media. Die USA würden nun sämtliche Zahlen analysieren. «Trumps Prinzip ist, dass der Handel zwischen zwei Ländern fair und reziprok sein muss», betonte Botschafter McMullen. Wenn es für die USA keinen Sinn mache, dann gebe es auch keinen Deal - sprich kein von der Schweiz angestrebtes Freihandelsabkommen mit den USA.

Roche ist grosser Exporteur aus den USA hinaus

Am Rande eines Anlasses am WEF in Davos äusserte sich Christoph Franz, Verwaltungsratspräsident von Roche, zu den Vorwürfen der Amerikaner. Die präsidiale Kritik an der Schweizer Pharma sei verkürzt, sagt Franz. Er sei deshalb überhaupt nicht beunruhigt, dass die Zahlen nun von amerikanischer Seite en détail analysiert würden. «Wir treten ja nicht nur als Exporteur in die USA in Erscheinung, wie alle grossen Pharmaunternehmen haben wir substanzielle Investitionen und Standorte in den USA», sagt der Roche-Präsident. Insgesamt hat das Unternehmen gut 25'000 Mitarbeitende in den USA. «Das sind hochqualifizierte Mitarbeitende, die Spitzenforschung betreiben - keine Bluecollar-Jobs», betont Franz.

Roche will helfen, Transparenz herszustellen

Sein Unternehmen produziere in den USA viele seiner Medikamente. Dadurch sei Roche auch einer der ganz grossen Exporteure der Vereinigten Staaten. «Wir exportieren sogar mehr aus den USA in die Welt hinaus als von der Schweiz in die USA», sagt Franz. Wie gross die Unterschiede sind, kommuniziert Roche nicht. Man habe aber all diese Zahlen vorliegen und helfe gerne, Transparenz herzustellen. Roche sei zudem einer der grössten Steuerzahler in den USA. «Deswegen können wir uns als exzellenter Corporate Citizen in den USA bezeichnen», so Franz.

Wer sich diese Zahlen anschaue, werde schnell merken, dass die Schweizer Pharmaindustrie nicht ein Problem, sondern vielmehr ein wesentlicher Teil der Lösung darstelle, sagt er. Das die USA gar Strafzölle auf Schweizer Pharma-Ausfuhren erwägen würden, kann sich Franz nicht vorstellen und er ist zuversichtlich, dass «dieses Thema endlich von der Agenda verschwindet».

Autor

Roman Schenkel

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