Banken

Rückschlag: Auch UBS wurde zur Fifa-Affäre befragt

Die UBS profitiert im dritten Quartal von einem Sondereffekt: Arbeiter neben dem UBS Logo in Zürich.

Die UBS profitiert im dritten Quartal von einem Sondereffekt: Arbeiter neben dem UBS Logo in Zürich.

Weniger verwaltete Vermögen, tiefere Margen und ein Rekordgewinn wegen Steuergutschriften: das goutieren Investoren nicht. Zudem: Auch die UBS wurde in der Fifa-Affäre befragt und gegen einen früheren UBS-Chef wird in Frankreich ermittelt.

Die UBS-Aktie befindet sich im freien Fall. Bis 11 Uhr sank ihr Wert um fast 5 Prozent. Grund  sind die heute präsentierten Resultate: Insgesamt hat die UBS in den Monaten Juli bis September einen Reingewinn von 2,07 Milliarden Franken erzielt.

Damit hat die UBS das Resultat vom Vorquartal (1,21 Milliarden Franken) und vom Vorjahresquartal (0,76 Milliarden Franken) deutlich übertroffen. Doch der Gewinnsprung kam nur dank einer Steuergutschrift im Umfang von 1,3 Milliarden Franken zustande.

Auf der anderen Seite haben Restrukturierungskosten in der Höhe von 298 Millionen Franken und Rückstellungen von 592 Millionen Franken für Rechtsfälle auf das Ergebnis gedrückt.

„Das Nettoneugeldwachstum liegt tiefer als erwartet. Das Kapitalpolster konnte zwar weiter aufgebaut werden, aber weniger stark als erwartet. Belastend dürfte vor allem der Ausblick sein, der impliziert, dass die Bilanz weniger stark als erwartet abgebaut werden kann,“ schreibt der Analyst der Zürcher Kantonalbank in einer ersten Reaktion. Mehr erhofft haben sich auch die Analysten der Bank Vontobel, deren Schätzungen um 3 Prozent über dem Ergebnis der UBS lagen.

Auch die Spezialisten der Bank J. Safra Sarasin sehen die Ergebnisse zwar über den Erwartungen. Gleichwohl dürfte die Aktien wegen negativer Einzelaspekte wie dem Neugeldzufluss und den neuen finanziellen Zielen mit Abgaben reagieren.

Das ist ein Rückschlag für den erfolgsverwöhnten UBS-Chef Sergio Ermotti. Er hatte in den vergangenen Jahren die UBS wieder auf Kurs gebracht und aus der tiefsten Krise der Geschichte geführt. Nun wird die Konzernleitung kräftig umgebaut.

Ermotti: "UBS weiterhin im schwierigen Makro-Umfeld"

Ermotti: "UBS weiterhin im schwierigen Makro-Umfeld"

Der ehemalige Topmanager bei der Versicherungsgruppe Zurich, Axel P. Lehmann wird Group Chief Operating Officer und legt sein Mandat als UBS-Verwaltungsrat nieder.

Im Quartalsbericht schreibt die Bank von zahlreichen Rechtsfällen. Unter anderem sei sie auch im Rahmen der Untersuchungen gegen den internationalen Fussballverband Fifa befragt worden.

Ausserdem sollen die französischen Behörden im September gegen einen früheren Chef der Vermögensverwaltung der UBS ein offizielles Verfahren eingeleitet. Die UBS bestätigt damit frühere Spekulationen in verschiedenen Medien, ohne jedoch den Namen der betroffenen Person bekannt zu geben. Gemäss den Medienberichten soll es sich dabei beim Fall in Frankreich um Raoul Weil handeln, der in den USA Ende 2014 vom Vorwurf der Beihilfe zum Steuerbetrug freigesprochen wurde.

Die Grossbank bestätigt zudem, dass die französischen Behörden gegen drei ehemalige Schweizer UBS-Angestellte Haftbefehl beantragt haben, weil sie nicht zu einer Befragung erschienen sind. Gemäss Medienberichten sind die drei UBS-Angestellte jedoch nicht als Verdächtige, sondern lediglich als Informanten vorgeladen worden.

Meistgesehen

Artboard 1