Eigentlich hätten die ersten FV-Dosto auf der Intercity-Linie 1 (St. Gallen–Zürich–Bern–Genf) ab 2013 eingesetzt werden sollen. Doch wegen unzähliger Probleme bei der Produktion sowie der Inbetriebnahme wagen es die SBB bis heute nicht, die Züge im Fernverkehr einzusetzen – auf der Linie IC1 schon gar nicht.

Bis jetzt verkehren die Pannenzüge erst auf Interregio-Strecken.

Im Februar 2019 nannten die SBB ein neues Ziel. CEO Andreas Meyer (58) sagte bei einer Pressekonferenz im Bundeshaus, er hoffe, dass der FV-Dosto auf der Paradestrecke St. Gallen–Genf «noch vor den Sommerferien» eingesetzt werden könne. Nun zeigen Recherchen von SonntagsBlick: Auch daraus wird nichts. Der Einsatz im Fernverkehr verzögert sich einmal mehr und ist neu erst per Fahrplanwechsel im Dezember 2019 geplant. Allerdings nicht auf der Linie IC1, sondern auf der Linie IC3 (Basel–Zürich–Chur).

SBB-Sprecher Reto Schärli begründet die Pläne so: «Auf der Linie IC3 sind die Wendezeiten grosszügiger und Ersatzzüge können bei Bedarf schneller eingesetzt werden.» Auf der Linie IC1 würden die FV-Dosto zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt.

Derweil haben Bombardier und SBB ihre Kunden für diese Unannehmlichkeiten mit einer einzigartigen Aktion entschädigt: Am 8. April erhielten rund 9200 GA- und Abokunden von St. Margrethen bis Sargans Briefe mit einem Gutschein im Wert von 40 bis 200 Franken.

Zusätzlich verteilten SBB-Kundenbegleiter während einer Woche zwischen Winterthur und St. Margrethen Guthabenkarten im Wert von 20 Franken. Und zwei Wochen lang offerierte Elvetino zwischen Winterthur und Chur Snacks und Getränke.