Wirtschaft

Schmolz + Bickenbach wird von der Krise hart getroffen

Die Produktion des Stahlkochers in Emmenbrücke.

Die Produktion des Stahlkochers in Emmenbrücke.

Der Stahlkonzern Schmolz + Bickenbach leidet unter den Folgen der weltweiten Coronapandemie.  Jetzt will das Unternehmen die «Transformation» noch intensiver vorantreiben.

(mg) «Das zweite Quartal 2020 war fest im Griff der Covid-19-Krise», schreibt Clemens Iller, der CEO von Schmolz + Bickenbach-CEO, am Mittwoch in einer Mitteilung. «Dabei kam es zu drastischen Einbrüchen beim Absatz und in den Konzernergebnissen.» Konkret brach der Umsatz des Schweizer Stahlkonzerns gegenüber dem Vorjahresquartal um 41,8 Prozent auf 470 Millionen Euro ein. Beim bereinigten Ebitda geht der Konzern gar von einem Quartalsverlust von 45,8 Millionen Euro aus.

«Trotz der ab Mai leicht steigenden Kundenaktivität kommt die Nachfrage nur sehr langsam zurück», so Clemens Iller weiter. Schmolz + Bickenbach habe deutlich weniger Material verkauft (-38 Prozent). Auch sei der durchschnittliche Verkaufspreis pro Tonne um 6,1 Prozent gesunken. «Angesichts der zahlreichen Unwägbarkeiten insbesondere aufgrund der Covid-19-Krise seien Prognosen für das Geschäftsjahr 2020 weiterhin mit einer hohen Unsicherheit behaftet», heisst es in der Mitteilung weiter.

Erholung erst im vierten Quartal

Etwas konkreter wird es bei den möglichen Einsparungen: Im Rahmen der strukturellen Verbesserungen werde «der Fokus auf der konsequenten Exekution und Umsetzung des Transformationsplans» liegen. Dabei stünden «vermehrt temporäre und strukturelle Personalmassnahmen im Fokus». Ausgedeutscht meint der Stahlkonzern mit Hauptsitz in Luzern damit wohl Entlassungen, auch wenn er dies nicht beziffert. Darauf deutet auch die Erweiterung der Konzernleitung um den Restrukturierungsexperten Josef Schultheis. Seine Erfahrung werde gebraucht, «um die Transformation noch intensiver voranzutreiben», heisst es in der Mitteilung. «Damit kann Schmolz + Bickenbach den drastischen Auswirkungen der Covid-19-Krise schlagkräftiger begegnen.»

Ein weiterer Fokus liege auf der Sicherung der mittel- bis langfristigen Finanzierung. Dabei sei vorgesehen, weitere staatliche Hilfsprogramme zu nutzen. «Aus heutiger Sicht erwarten wir frühestens im Laufe des vierten Quartals eine vorsichtige Erholung auf tiefem Niveau», heisst es in der Mitteilung vom Mittwoch. Allerdings werde dies kaum ausreichen um das negative Ebitda-Ergebnis noch ins Positive zu kehren.

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