Halbjahreszahlen
Schwache Ergebnisse für Schweizer Grossbanken in Aussicht

Für die UBS und die Credit Suisse war das Umfeld in den vergangenen sechs Monaten ungünstig. Das dürfte sich in Enttäuschungen bei den kommenden Halbjahresergebnissen widerspiegeln.

Matthias Niklowitz
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Paradeplatz Zürich, das Herz von UBS und CS. (Archiv)

Paradeplatz Zürich, das Herz von UBS und CS. (Archiv)

Keystone

Zum ersten Mal seit über 15 Jahren steht die UBS zuoberst. Gemäss einem Bericht von Bloomberg hat die Schweizer Grossbank, die ihr Investmentbanking stark zurück gefahren hat, die Konkurrenten im Geschäft mit pfandbesicherten Obligationen, den sogenannten «Covered Bonds», überholt. Mit einem Volumen von fast 7 Milliarden Euro in der ersten Jahreshälfte hat sie ihr Geschäft in diesem Bereich gegenüber dem Vorjahr gemäss Bloomberg praktisch verdoppelt. Die UBS überholte damit andere grosse Adressen in diesem Geschäft wie die italienische Unicredito, die britische Barclays und die Deutsche Bank.

Wichtige Geldquelle

Die UBS hat ihr Geschäftsmodell modifiziert. Sie hält die Bonds nicht mehr in ihren Büchern, was viel Eigenkapital bindet. Stattdessen arbeitet sie in Kundenauftrag. Das kostet weniger Eigenkapital. Die UBS hatte als erste grosse Bank ihr Geschäftsmodell angepasst und das auch vernehmbar kommuniziert. Aus dem Geschäft mit dem Verbriefen von Schulden für Firmen ist sie nie ausgestiegen, wie ein UBS-Manager gegenüber Bloomberg sagte.

Covered Bonds bilden eine überaus wichtige und vergleichsweise günstige Refinanzierungsquelle. In der Schweiz refinanzieren Kantonal- und Regionalbanken über ihre Emissionszentralen einen Teil des Hypothekengeschäfts. Die Sicherheit für die Käufer dieser Bonds ist hoch, denn die Obligationen sind besichert. Auch Firmen kamen mit Covered Bonds während der Finanzkrise günstig zu Geld. Banken konnten während der Finanzkrise monatelang gar keine unbesicherten Obligationen heraus geben - die Investoren waren zu misstrauisch, sie hätten viel höhere Coupons gefordert.

Schleppender Rest

Der Rest des Investmentbankings läuft bei den Grossbanken offenbar schlecht, wie die Analysten der Bank Vontobel schreiben. Das Emissionsgeschäft («Underwriting»), in dem die UBS jetzt so punktet, ist weitaus weniger wichtig als der Handel. Wenn die Schwankungen an den Kapitalmärkten so tief sind, vergeht (auch) den Kunden die Lust am Handel - und dann fehlen bei den Banken die Umsätze. Die lassen sich auch nicht mehr, wie früher, durch den Eigenhandel aufpumpen. Die Banken agieren viel stärker als noch vor der Finanzkrise in Kundenauftrag.

Das Geschäft mit Obligationen ist für die Credit Suisse wichtiger als für die UBS. Bei der Credit Suisse trägt es 18 Prozent zum Umsatz bei, bei der UBS lediglich 5 Prozent.

Gewinnreduktionen

Für die beiden Grossbanken haben die Analysten von Vontobel deshalb die Gewinne reduziert. Die Kürzung für die UBS hält sich mit 3 Prozent noch im Rahmen. Die Schätzung liegt aber 10 Prozent unter der Konsenserwartung. Bei der Credit Suisse ist der Reingewinnrückgang auch durch die Milliardenbusse belastet. Der operative Gewinn, bei dem die alltägliche Leistung des Geschäfts erfasst wird, ist der Rückgang weniger gross. Über ihre Ergebnisse werden die Grossbanken erst in zwei bzw. vier Wochen berichten: Zuerst ist die Credit Suisse am 17. Juli dran. Die UBS folgt am 29. Juli.

Kleiner Trost für die Banken und ihre Investoren: Der Rückgang im zweiten Halbjahr dürfte im Vergleich mit dem Vorjahr nicht mehr so stark ausfallen, denn zwischen Juli und Dezember 2013 war es auch schon sehr ruhig gewesen in den Obligationen-Handelsabteilungen.

Weitere Bussen

Und mit jeder bezahlten Busse drohen weitere Baustellebn aufzugehen: Unerledigt, hängig und untersucht werden derzeit: Geschäfte um US-Hypotheken, Wechselkurs-Manipulationen, Libor-Zinssatzmanipulationen, illegale grenzüberschreitende Geschäfte, der Hochfreqzuenzhandel und neuerdings auch die Dark Pools. Gerade bei den Dark Pools waren die Schweizer Grossbanken gut im Geschäft - jetzt drohen auch hier Untersuchungen, Regulation und damit Umsatzschwund.

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