Coronavirus - Schweiz

Schweizer Bevölkerung sorgt sich wegen Coronakrise

Schweizerinnen und Schweizer machen sich immer mehr Sorgen um ihre finanzielle Situation - im Bild wegen der Coronakrise geschlossene Restaurants in der Steinenvorstadt in Basel.

Schweizerinnen und Schweizer machen sich immer mehr Sorgen um ihre finanzielle Situation - im Bild wegen der Coronakrise geschlossene Restaurants in der Steinenvorstadt in Basel.

Die grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung hat Angst vor der Coronakrise. Viele erwarten eine Verschlechterung ihrer finanziellen Situation. Die Lösung für die meisten heisst sparen.

Die Coronakrise bereitet konkret 88 Prozent der Schweizer Sorgen, wie eine Umfrage des Vergleichsdienstes Comparis zeigt. Dennoch schätzen immerhin 59 Prozent der Befragten ihre finanziellen Aussichten für den April als vergleichbar mit dem Vormonat ein.

Doch geht auch ein Viertel davon aus, im April bereits weniger Geld zur Verfügung zu haben. Besonders Haushalte mit einem Einkommen bis 4000 Franken (42,3%) und Ein-Personen-Haushalte (33,2%) rechnen für die nächsten Wochen mit finanziellen Einbussen. Personen aus Haushalten, in denen mehr als 8000 Franken Brutto-Einkommen im Monat zusammenkommt, sind weniger pessimistisch. Dort rechnet nur jede fünfte Person im April mit weniger Geld.

Als Gründe für die erwarteten finanziellen Veränderungen nannten die Teilnehmer der Umfrage in erster Linie (34,2%) Kurzarbeit beim eigenen Job oder bei der Arbeit des Partners. Zwischen 12 und 14 Prozent der Befragten gaben an, sie würden als Selbständigerwerbende einen Umsatzeinbruch erwarten oder ihr in Kapitalanlagen investiertes Geld werde an Wert verlieren.

Auch der Verlust der eigenen Stelle oder der Arbeitsstelle des Partners lässt 12,9 Prozent der Befragten erwarten, dass sich ihre finanzielle Situation diesen Monat verschlechtert.

"Der Lockdown und die damit verbundenen Umsatzeinbussen ergeben zusammen mit der unsicheren Börsensituation ein gefährliches Gemisch, das die finanzielle Zukunftseinschätzung vieler Menschen negativ beeinflusst", kommentierte Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn in der Mitteilung die Umfrage.

Sparen als Lösung

Auf diese Unsicherheiten reagierten die meisten der Befragten daher mit Sparmassnahmen. 45,2 Prozent gaben auch an, dass sie im April mehr sparen und weniger konsumieren wollen. Fast gleich viele verzichten auf grössere Ausgaben und kaufen derzeit zum Beispiel keine Möbel oder Autos - was aufgrund der vielen geschlossenen Geschäfte jedoch sowieso schwierig geworden ist.

Knapp drei Viertel gaben an, dass sie im Falle eines geringeren Einkommens auf unnötige Ausgaben und Spontankäufe verzichten würden. Über die Hälfte nutzt - wenn immer möglich - Rabatte und 45,6 Prozent vergleichen vermehrt die Preise und entscheiden sich dann für das günstigste Angebot.

Geld, das sie zur freien Verfügung haben, legen über 60 Prozent der Schweizer aufs Sparkonto. Einen langersehnten Traum wollen sich aktuell nur noch 16,1 Prozent erfüllen.

Im Dezember, als die Befragung letztes Mal stattfand, wollte sich noch jeder Fünfte sich einen Traum erfüllen und weniger Leute (55,2%) sparten ihr Geld. Zu diesem Zeitpunkt waren die Befragten zudem ausserordentlich optimistisch. Ein Drittel - und damit so viele wie seit vier Jahren nicht mehr - blickte damals zuversichtlich ins Jahr 2020.

Comparis liess die Studie vom Marktforschungsinstitut Innofact durchführen, zu diesem Zweck wurden 1033 Teilnehmer aus der ganzen Schweiz befragt.

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