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Nach fast 20 Jahren: Die Post erhöht die Briefpreise

Also doch: Die Post schraubt erstmals nach 18 Jahren an den Briefpreisen: A-Post und B-Post werden um 10 respektive 5 Rappen teurer.

Florence Vuichard
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Der Post-CEO sagt: «Eine moderate Preiserhöhung bei der Briefpost ist unumgänglich.»

Keystone-sda

Die Zunahme bei den Paketmengen hilft der Post: Der Bundesbetrieb konnte im ersten Halbjahr 2021 den Umsatz um gut 7 Prozent auf 3,6 Milliarden Franken steigern - und vor allem den Gewinn: Unter dem Strich bleibt ein Profit von 247 Millionen Franken. Das ist eine massive Verbesserung gegenüber der Vorjahresperiode, damals lag der Gewinn - coronabedingt - bei bescheidenen 30 Millionen Franken. Die Post habe sich erholt, sagt Post-Chef Roberto Cirillo.

Das Ergebnis entspricht mehr oder weniger dem Ergebnis der Logistik-Sparte, dem Fusionsprodukt von Brief- und Paketpost, die per Anfang Jahr im Rahmen der neuen Strategie zusammengelegt wurden. Hier erwirtschaftet die Post rund zwei Drittel des Umsatzes und den ganzen Gewinn.

Inexistenter Startup-Bereich

Das zweite Standbein, die unter dem Namen «Kommunikations-Services» gebündelten digitalen, neuen Geschäften, existiert faktisch nicht - oder wohl noch nicht, wenns nach den Post-Oberen geht. Dieser Startup-Zweig kann nach sechs Monaten gerademal einen Umsatz von 16 Millionen Franken ausweisen und einen Verlust von 31 Millionen Franken.

Mit einem Verlust von 41 Millionen Franken ebenfalls defizitär ist das Poststellen-Netz, das 303 Millionen Franken zum Umsatz beiträgt.

In einer schwierigen Situation bleibt die Postfinance: In ihrem Hauptgeschäft, dem Zinsgeschäft, ist er der Ertrag nochmals gesunken.

5 respektive 10 Rappen teurer

Trotz erfreulicherem Ergebnis schraubt die Post an den Preisen: Im Einvernehmen mit dem Preisüberwacher erhöht die Post per Januar 2022 den Preis für A-Post-Briefe um 10 Rappen, B-Post-Briefe werden 5 Rappen teurer. Das sei die erste Erhöhung der Briefpreise seit 18 Jahren, betont die Post. Ab 2022 kostet also ein A-Post-Brief im Standardformat 1.10 Franken (bisher 1 Franken), ein B-Post-Brief 90 Rappen (bisher 85 Rappen).

Die Post wollte noch mehr: «Die Preiserhöhung fällt um die Hälfte tiefer aus, als von der Post beantragt wurde», hält Preisüberwacher Stefan Meierhans fest.

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